Sachsen-Anhalt soll Lehrkräftebildung neu aufstellen
Magdeburg, Berlin (epd).

Angesichts des Lehrkräftemangels in Sachsen-Anhalt haben Expertinnen und Experten eine Neuausrichtung der Lehrkräftebildung vorgeschlagen. Ein landesweites Netzwerk solle die Ausbildung von Lehrkräften über alle Phasen hinweg koordinieren, erklärten der Stifterverband sowie das Bildungs- und das Wissenschaftsministerium am Montag in Berlin. Die Vorschläge des Positionspapiers „Roadmap Lehrkräftebildung Sachsen-Anhalt“ richtet sich an die künftige Landesregierung.

Nach Angaben des Stifterverbandes können in Sachsen-Anhalt über alle Lehrämter hinweg nur 74 Prozent der Stellen mit ausgebildeten Lehrkräften besetzt werden. Besonders angespannt sei die Lage in den ersten bis fünften Klassen.

Positionspapier fordert Bildungseinrichtungen zur Zusammenarbeit auf

Das Positionspapier sieht vor, die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Studienseminaren, Schulen und Bildungsverwaltung zu stärken. Vorgeschlagen werden zudem ein phasenübergreifendes Curriculum, gemeinsame Veranstaltungsformate und ein neues Studiengangmodell für das Sekundarschullehramt.

Sachsen-Anhalts Wissenschaftsminister Armin Willingmann (SPD) verwies auf bereits eingeleitete Maßnahmen. So seien mehr Studienanfängerplätze an den Universitäten, ein praxisintegrierendes Lehramtsstudium für Sekundarschulen und zusätzliche Begleitangebote für Studierende eingerichtet worden. Bildungsminister Jan Riedel (CDU) betonte die Bedeutung einer engeren Zusammenarbeit aller beteiligten Institutionen.

Im Stifterverband haben sich deutschlandweit rund 3.500 Menschen zusammengeschlossen. Der Verein verfolgt das Ziel, Bildung und Wissenschaft weiterzuentwickeln und zu stärken.