Modellprojekt zur Hilfe bei häuslicher Gewalt
Potsdam (epd).

Mit einem bundesweiten Modellprojekt soll der Opferschutz bei häuslicher Gewalt gestärkt werden. Beteiligt seien die Bundesländer Brandenburg, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein, teilte das brandenburgische Justizministerium zum Start in dem Bundesland am Montag in Potsdam mit.

Ziel sei, Betroffene frühzeitig zu unterstützen und ihnen den Zugang zu gerichtlichen Schutzmaßnahmen zu erleichtern, hieß es. Bis Ende 2027 stünden für das Projekt drei Millionen Euro aus Bundesmitteln bereit. Weitere zwei Millionen Euro seien für eine bundesweite Aufklärungskampagne vorgesehen.

In Brandenburg beteiligen sich den Angaben zufolge die Amtsgerichte Brandenburg an der Havel, Bernau bei Berlin und Neuruppin in familiengerichtlichen Gewaltschutzverfahren an dem Projekt. Die Umsetzung vor Ort koordiniere der Verein Opferhilfe Land Brandenburg, hieß es.

Grimm: Gewalt ist keine Privatsache

Brandenburgs Justizminister Benjamin Grimm (SPD) erklärte, wer Gewalt erlebe und Hilfe suche, brauche nicht nur rechtlichen Schutz, sondern auch Menschen, die begleiten und Sicherheit geben. „Häusliche Gewalt ist keine Privatsache“, betonte er.

In dem Bundesland wurden den Angaben zufolge von der Polizei im Jahr 2024 rund 6.790 Fälle häuslicher Gewalt erfasst, 7,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Insgesamt seien davon 7.126 Opfer betroffen gewesen, hieß es. Rund 69 Prozent davon waren Frauen. Hinzu komme eine erhebliche Dunkelziffer.