Minderjährige besser vor sexueller Belästigung schützen
Erfurt (epd).

Thüringen will Kinder vor sexuellen Übergriffen besser schützen. Das Land setze sich deshalb dafür ein, Lücken im Strafrecht zu schließen und sexuelle Übergriffe auf Kinder konsequenter zu ahnden, teilte das Justizministerium am Mittwoch in Erfurt mit. Zwei entsprechende Vorstöße Thüringens auf Bundesebene hätten bereits bei der Justizministerkonferenz im Juni Unterstützung gefunden. Justizministerin Beate Meißner (CDU) betonte, der Schutz von Kindern brauche eine Kombination aus Strafverfolgung, Prävention und gesellschaftlicher Aufmerksamkeit.

Schutz gegen Belästigung durch Bilder und Nachrichten

Eine der geforderten Änderungen betrifft den Angaben zufolge Fälle, in denen Kinder ohne körperlichen Kontakt sexualisiert werden, etwa durch Bilder, Nachrichten oder Gespräche. Nach Einschätzung des Thüringer Justizministeriums werden solche Übergriffe vom geltenden Recht nicht immer ausreichend erfasst.

Zudem will Thüringen erreichen, dass sexuelle Belästigungen von Kindern im Strafrecht stärker berücksichtigt werden. Bestimmte sexuelle Berührungen, die bislang nicht als schwerere Straftat gelten, könnten künftig ausdrücklich als besonders schwerer Fall einer sexuellen Belästigung bewertet werden. Damit würde sich der mögliche Strafrahmen erhöhen.

Laut aktuellem Bundeslagebild des Bundeskriminalamts wurden in Thüringen im vergangenen Jahr 25,9 Fälle sexuellen Kindesmissbrauchs je 100.000 Einwohner registriert. Damit liegt Thüringen über dem bundesweiten Durchschnitt von 20,5 Fällen je 100.000 Einwohnern.