Kältehilfe stellt weiter mehr als 1.100 Übernachtungsplätze
Berlin (epd).

Die Berliner Kältehilfe ist trotz Frühlingsanfangs noch voll in Betrieb. Einzig die drei Kältebusse der Berliner Stadtmission und der Wärmebus des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) haben bereits Ende März die Saison beendet. Nach Angaben der Kältehilfe-Koordination vom Donnerstag stehen in der Hauptstadt Anfang April noch mehr als 1.100 Übernachtungsplätze für Menschen ohne Obdach zur Verfügung. Berlins Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) erneuerte ihren Appell angesichts der weiterhin kalten Nächte, „achtsam durch die Stadt zu gehen“ und auf Menschen in Not zu achten.

Kältehilfe-Koordinator Jens Aldag sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd), viele Notübernachtungen blieben bis Ende des Monats geöffnet. In der vergangenen Woche zählte die Berliner Kältehilfe durchschnittlich 1.095 Übernachtungsgäste pro Nacht. Die durchschnittliche Gesamtauslastung lag demnach bei 90,5 Prozent, wie die Koordinierungsstelle auf Facebook veröffentlichte. Im Mittel standen 1.211 Plätze zur Verfügung, davon 170 nur für Frauen.

Ab Mitte April weniger als 1.000 Plätze

Wenn ab Mitte April die Einrichtung der Stadtmission in der Lehrter Straße mit 125 Übernachtungsplätzen schließt, sinke die Zahl der Übernachtungsplätze weiter auf unter 1.000, sagte Aldag. Die Berliner Kältehilfe ist eine Initiative von Berliner Kirchengemeinden, Wohlfahrtsverbänden und der zuständigen Senatssozialverwaltung.

Keine Kältebusse mehr unterwegs

Weggefallen sind seit Anfang des Monats die Fahrten der drei Kältebusse der Berliner Stadtmission und des Wärmebusses des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Traditionell sind diese in der Kernzeit der Kältehilfesaison zwischen Anfang November und Ende März an sieben Tagen in der Woche nachts auf den Berliner Straßen unterwegs, um Hilfsbedürftige zu versorgen. Die Kältehilfe bedankte sich bei den ehrenamtlichen Teams der Busse, „die in den kalten Nächten so viel Wärme und Überlebenshilfe auf die Straßen gebracht haben“.

Die drei Kältebusse der Berliner Stadtmission trafen in den fünf Monaten ihres Einsatzes den Angaben zufolge auf insgesamt 3.783 Menschen, darunter 239 Männer im Rollstuhl, denen sie Hilfe anboten. 1.784 Menschen seien im Bus zu einer Einrichtung befördert worden, sagte Stadtmissionssprecherin Barbara Breuer am Donnerstag dem epd. Die Zahl der Anrufe bei der Stadtmissions-Hotline stieg leicht auf 2.550.

Kältebusse durch Brandstiftung zerstört

Beim DRK hat sich die Zahl der Anrufe für den Wärmebus in der vergangenen Saison gegenüber der Saison 2024/25 fast verdoppelt. Insgesamt sei 1.872-mal die Hilferufnummer gewählt worden, teilte die Hilfsorganisation am Donnerstag in Berlin mit. Ein Jahr zuvor waren es 955 Anrufe. Das Team zählte in 151 Nächten 1.992 Kontakte zu hilfebedürftigen Menschen, 597 wurden in Notunterkünfte begleitet. Neben dem Wärmebus ist beim DRK vor allem im Südwesten der Stadt ganzjährig der „Obdachbus“ im Einsatz.

Bei der Stadtmission wurden zum Jahreswechsel durch Brandstiftung zwei der Kältebusse zerstört und ein weiterer beschädigt. Das Kältebus-Angebot wurde durch geliehene Fahrzeuge aufrechterhalten.

Von Lukas Philippi (epd)