Thüringens Umwelt- und Gesundheitsministerium haben zum besseren Schutz der Bevölkerung vor Hitze ihren Leitfaden zur Bewältigung von Hitzetagen für Städte und Gemeinden überarbeitet. Die zweite Auflage der rund 100 Seiten starken Hitze-Toolbox bündele praxisnahe Maßnahmen, Daten und Finanzierungshinweise zur Klimaanpassung, teilte das Umweltressorts am Montag in Erfurt mit. Die erste Auflage von 2023 enthalte bereits zum Teil veraltete Daten.
In der aktualisierten Fassung sind den Angaben zufolge ein erweitertes Klimakapitel, neue Datensätze sowie ein Wärmebelastungsindex. Vorgeschlagen werden unter anderem Hitzewarnsysteme, Maßnahmen zur Verschattung im öffentlichen Raum, die Berücksichtigung von Hitzeaspekten beim Bauen und die Bereitstellung von Trinkwasserstellen.
Hitzetage haben sich verdoppelt
Umweltminister Tilo Kummer (BSW) sagte, während der vergangenen Jahrzehnte habe sich die Zahl der Hitzetage mit Temperaturen ab 30 Grad Celsius in Thüringen fast verdoppelt. Solche Extremwetterlagen seien von etwa fünf auf neun Tage jährlich angestiegen. Die Entwicklung verdeutliche den Handlungsdruck, insbesondere in dicht bebauten Stadtgebieten. Der digitale Leitfaden soll den Kommunen im Freistaat konkrete, umsetzbare Maßnahmen und aktuelle Datengrundlagen bieten.
Gesundheitsministerin Katharina Schenk (SPD) betonte, der Klimawandel gefährde bereits heute die Gesundheit vieler vulnerabler Gruppen wie Ältere, Kinder, Schwangere oder Menschen, die unter extremen Bedingungen arbeiten müssen. Die Toolbox solle helfen, hitzebedingte Risiken zu mindern und die Resilienz der Bevölkerung zu stärken.