Ende der Kältehilfe: Verbände fordern nachhaltige Lösungen
Berlin (epd).

Zum Ende der Kältehilfesaison haben Berliner Wohlfahrtsverbände strukturelle Verbesserungen beim Übergang von saisonalen in langfristige Angebote gefordert. Mehrere Mitglieder der Liga der Freien Wohlfahrtspflege Berlin lobten in einer Mitteilung der AWO Berlin am Dienstag die Arbeit der Kältehilfe, dringen jedoch auf den ganzjährigen Ausbau von Angeboten. Am Donnerstag endet die diesjährige Saison der Kältehilfe.

Die Kältehilfe verhindere zwar jedes Jahr, „dass Menschen erfrieren, mehr jedoch nicht“, erklärte der Geschäftsführer des AWO-Verbands Berlin, Oliver Bürgel. In ihrer jetzigen Form leiste sie „keinen nachhaltigen Beitrag zur Lösung von Wohnungslosigkeit“. Dabei gehe es vorwiegend um das Fehlen eines Übergangs von saisonaler Hilfe in das Regelsystem der Wohnungsnotfallhilfe.

Auslastung von teils 97,3 Prozent

Der Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Berlin, Martin Hoyer, betonte, Obdachlosigkeit könne nur überwunden werden, wenn bezahlbarer Wohnraum gesichert und langfristige Strukturen gestärkt werden. Der Kältehilfe fehlten zudem geeignete Immobilien, sodass jedes Jahr improvisiert werden müsste, obwohl gerade verlässliche Orte für obdachlose Menschen wichtig seien.

In der Saison 2025/2026 hat die Berliner Kältehilfe den Angaben zufolge im Schnitt täglich 1.067 Übernachtungsplätze für obdachlose Menschen zur Verfügung gestellt. Durchschnittlich habe die Auslastung bei 89,6 Prozent gelegen. Die höchste Auslastung habe es im Februar mit 97,3 Prozent gegeben. In Berlin gibt es den Angaben zufolge mehr als 60.000 wohnungslose Menschen. Ungefähr 6.000 davon seien obdachlos, hieß es.