90 Prozent in Hauptstadtregion finden Wohlstand ungerecht verteilt
Berlin, Potsdam (epd).

90 Prozent der Menschen in Berlin und Brandenburg finden den Wohlstand in Deutschland ungerecht verteilt. Das sind neun Prozent mehr als im bundesweiten Durchschnitt, wie aus einer am Montag veröffentlichten repräsentativen Umfrage von Infratest dimap für die ARD-Aktion „Deine Meinung zählt!“ hervorgeht. Abgefragt wurden unter anderem Fragen zur Sozialfürsorge oder zu Vermögens- und Erbschaftssteuern.

So befürworten laut einem Bericht des RBB 70 Prozent der Berliner und Brandenburger eine Wiedereinführung der 1997 abgeschafften Vermögenssteuer (bundesweit: 64 Prozent). Unter den Befürwortern sind in großer Mehrheit Anhänger von der Linken bis zur CDU. Nur die AfD-Wähler sind mehrheitlich (52 Prozent) dagegen.

73 Prozent gegen Mehrarbeit

Auch mit einer höheren Erbschaftssteuer auf große Erbschaften können sich 61 Prozent der Menschen in der Hauptstadtregion anfreunden. Damit liegen sie exakt im Bundestrend. 28 Prozent sind dagegen (bundesweit: 32 Prozent). Unter den AfD-Anhängern sind 52 Prozent gegen eine Erbschaftssteuer.

73 Prozent der Berliner und Brandenburger lehnen zudem ab, mehr zu arbeiten (bundesweit: 63 Prozent). 28 Prozent könnten es sich vorstellen, im bundesweiten Schnitt sind es mit 32 Prozent etwas mehr.

Mehrheit gegen Einschnitte in Sozialsysteme

Zugleich ist in Berlin und Brandenburg eine überwältigende Mehrheit gegen Einschnitte in der Renten- (78 Prozent), Kranken- (80 Prozent), Pflege- (80 Prozent) und Arbeitslosenversicherung (62 Prozent). Zudem wären nur 37 Prozent der Berliner und Brandenburger bereit, persönliche Einschnitte hinzunehmen, um die Sozialsysteme zu sichern (bundesweit jeweils 47 Prozent).