Wiedereröffnung der Kornmarktkirche mit neuer Ausstellung
Mühlhausen (epd).

Mit einer Sonderausstellung zur Bauernkriegszeit eröffnet das Bauernkriegsmuseum Kornmarktkirche in Mühlhausen am Freitag seine diesjährige Saison. Unter dem Titel „Reformation und Rebellion: Mühlhausen und der Bauernkrieg“ richte die Schau den Blick auf die Umbrüche der Reformationszeit und die Rolle der thüringischen Stadt in den Ereignissen von 1525, teilte das Museum am Dienstag vor Ort mit.

Im Mittelpunkt stehen den Angaben zufolge Weggefährten, die sich von den Lehren Martin Luthers (1483-1546) lösten und eigene, teils radikale reformatorische Positionen entwickelten. Dazu zählen der Prediger Thomas Müntzer (1489-1525), sein Mitstreiter Heinrich Pfeiffer (vor 1500-1525) sowie Matthäus Hisolidus (vor 1490-1525). Auch Frauen wie Katharina Kreutter (um 1466-1525) werden als prägende Persönlichkeiten der Bewegung dargestellt. Die Ausstellung zeichne nach, wie diese Gruppen religiöse Erneuerung mit sozialen Forderungen verbanden und damit in Konflikt mit bestehenden Machtstrukturen gerieten.

Exponate aus archäologischen Grabungen

Zu den zentralen Exponaten gehören sogenannte Bauernwehren, einfache Messer aus archäologischen Grabungen in der Region, die unmittelbar mit den Kämpfen des Jahres 1525 in Verbindung stehen. Es seien seltene Zeugnisse der damaligen Aufstandsbewegung. Ein historischer Abendmahlskelch verweise auf die Einführung des Laienkelchs als Symbol reformatorischer Veränderungen.

Ergänzt wird die Ausstellung durch das Zinnfiguren-Diorama „Schlacht bei Frankenhausen“ mit mehr als 3.000 Figuren. Es veranschaulicht die entscheidende Niederlage der aufständischen Bauern am 15. Mai 1525.