Am Naumburger Dom wird am 27. August ein modernes Besucher- und Informationszentrum zum Unesco-Welterbe eingeweiht. Das Zentrum Welterbe entstand in dreijähriger Bauzeit im historischen Gebäude der ehemaligen Bischofskurie, teilte eine Sprecherin der Vereinigten Domstifter zu Merseburg und Naumburg am Mittwoch mit. Früheren Angaben zufolge wurden 11,4 Millionen Euro in die Sanierung und den Umbau des Gebäudes aus dem 16. Jahrhundert investiert. Zahlreiche historische Spuren aus Romanik, Gotik, Renaissance und Barock seien bewahrt oder wieder sichtbar gemacht worden.
Das Zentrum solle das Verständnis für kulturelle und geschichtliche Entwicklungen fördern sowie ein Bewusstsein für das Welterbe schaffen, hieß es. Neben Tagungs- und Veranstaltungsräumen wird eine mehrsprachige Dauerausstellung über die kulturellen und touristischen Höhepunkte der Saale-Unstrut-Region sowie die weiteren Unesco-Welterbestätten in Sachsen-Anhalt informieren.
Historische Bischofskurie im Renaissance-Stil
Interaktive Stationen, historische Exponate und moderne Vermittlungsangebote laden künftig dazu ein, den Naumburger Dom, den Naumburger Meister und das internationale Netzwerk der Welterbestätten neu zu entdecken. Die Bischofskurie mit romanischem Wohnturm und historischem Kuriengarten ist den Angaben zufolge neben Dom und Ägidienkapelle das wertvollste Ensemble am Domplatz. Das palastartige Haupthaus wurde unter dem letzten katholischen Bischof Julius von Pflug (1499-1564) im Renaissance-Stil errichtet. Zuletzt wurde es insbesondere für medizinische Einrichtungen genutzt.