Das Völkerkundemuseum Herrnhut in Ostsachsen zeigt von Freitag an eine Ausstellung zur Auseinandersetzung zwischen christlichen Missionaren und indigener Bevölkerung. Im Fokus stehe die Missionsarbeit der evangelischen Brüdergemeine Herrnhut in Nicaragua, teilten die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden am Donnerstag mit. Unter dem Titel „Geister und Geistlichkeit“ sind rund 40 Objekte zu sehen.
Das Völkerkundemuseum gehört zu den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Die Präsentation zeige, wie Missionare und traditionelle Heiler Mittelamerikas über Generationen hinweg ihre jeweiligen Konzepte verhandelten und wie daraus neue kulturelle Praktiken entstanden, hieß es. Als die Herrnhuter Brüdergemeine Mitte des 19. Jahrhunderts ihr Missionsnetzwerk bis an die Karibikküste von Nicaragua ausdehnte, seien unterschiedliche Vorstellungen von Gesundheit, Spiritualität und Gemeinschaft aufeinandergetroffen.
Konfliktreiches Ringen
Aus der Begegnung der Kulturen sei „ein konfliktreiches Ringen um Glauben, Wissen und Heilung“ entstanden, das bis heute in Parallelwelten von Christentum und indigener Spiritualität in der Region nachwirke, hieß es. In der Ausstellung würden auch rituelle und traditionelle Gegenstände der Heiler Nicaraguas gezeigt, darunter Kopfschmuck, Ritualpuppen sowie Steine, mit denen eine heilende Kraft verbunden werde. Auch eine Arzttasche des Herrnhuter Missionars Guido Großmann (1871-1945) werde präsentiert. Das Völkerkundemuseum habe sie erst kürzlich erworben, hieß es. Die Ausstellung ist bis zum 15. September 2027 zu sehen.