Einen Traditionsverlag zieht es vom Main an die Spree: Die S. Fischer Verlage werden ihren Hauptsitz ab Sommer nächsten Jahres von Frankfurt nach Berlin verlegen, wie die Geschäftsführung am Dienstag in Frankfurt am Main online mitteilte. Ziel der Maßnahme sei es, „die wirtschaftliche und verlegerische Zukunftsfähigkeit des Verlags zu stärken“.
Bereits heute arbeiteten alle Programmleitungen von S. Fischer in der Hauptstadt, hieß es. Künftig sollten „die verlegerischen und marktnahen Bereiche des Verlags in Berlin gebündelt“ werden. Dazu gehören neben der Geschäftsführung insbesondere das Marketing, der Vertrieb sowie die Presse- und Veranstaltungsabteilungen. „Dadurch werden Entscheidungswege verkürzt, die Zusammenarbeit zwischen Programm und Vermarktung intensiviert und die Präsenz des Verlags im kulturell und gesellschaftlich attraktiven Umfeld Berlins gestärkt“, begründete die Verlagsgruppe ihren Entschluss.
Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern würden Angebote für einen Wechsel gemacht. Über den genauen Standort in Berlin soll „in naher Zukunft entschieden“ werden.
Wirtschaftliche und historische Begründung
Die Verlagsleitung verwies zudem auf die Unternehmensgeschichte: „Mit diesem Schritt kehrt einer der traditionsreichsten und renommiertesten deutschen Buchverlage an den Ort seines Ursprungs zurück“. Vorstandschefin Christina Dohmann sagte: „Diesem Geist fühlen wir uns zutiefst verpflichtet. Die Rückkehr nach Berlin ist für uns deshalb Anknüpfungspunkt und Aufbruch zugleich.“ Frankfurt bleibe gleichwohl „weiterhin ein wichtiger Teil des Verlags“.