Millionenförderung für bedrohtes schriftliches Kulturgut
Berlin (epd).

Die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) hat 2025 mit über zwei Millionen Euro die Bewahrung historischer Dokumente gefördert. Insgesamt liefen in dem Jahr 87 Projekte zum Originalerhalt bedrohter Handschriften, Urkunden und Akten, wie die Stelle am Dienstag bei der Veröffentlichung ihres Jahresberichts mitteilte. Diese wurden zusätzlich mit Mitteln der Länder, Eigenmitteln der betroffenen Institutionen sowie Drittgeldern finanziert.

Gefördert wird die Koordinierungsstelle auch durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), Wolfram Weimer. So seien 53 Projekte Teil eines BKM-Sonderprogramms, etwa die Sicherung des Nachlasses der Juristin Elisabeth Selbert (1896-1986) für das Archiv der deutschen Frauenbewegung. Selbert war 1948 eine von nur vier Frauen im Parlamentarischen Rat, der das Grundgesetz erarbeitete.

Werke aus der Frühzeit des Buchdrucks

Zu den 34 Initiativen der KEK-Modellprojektförderung zählte unter anderem der Erhalt der Bibliothek der St. Nicolaikirche in Döbeln. Diese gehört zu den ältesten Sachsens und beherbergt den Angaben nach bedeutende theologische Literatur. Dazu gehörten auch wertvolle Inkunabeln, also Werke aus der Frühzeit des Buchdrucks. Die Bestände der Bibliothek sind bis zu 500 Jahre alt. Viele Werke sind im Zuge des Projekts trocken gereinigt und verpackt, einige auch repariert worden.

Die KEK ist eine nationale Einrichtung, die bundesweit Archive, Bibliotheken und Museen vernetzen und erhalten soll. Sie ist an der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz angesiedelt.