Berliner Festspiele widmen sich der Ordnung der Welt
Berlin (epd).

Die Berliner Festspiele feiern ihr 75-jähriges Bestehen an diesem Wochenende mit besonderen Stadtführungen, Podiumsdiskussionen und Konzerten. Unter dem Motto „Die große Unordnung“ werden prominente Diskutanten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik erwartet, wie der Intendant der Berliner Festspiele, Matthias Pees, am Dienstag bei der Vorstellung des Programms sagte. In der Themenreihe „Reflexe und Reflexionen“ gehe es unter anderem um Fragen der künftigen Weltordnung, den Druck auf die liberalen Demokratien und die Zukunft des Wissens.

Am Freitag beginnen zudem auf der Berliner Ringbahn anlässlich des Jubiläums sechs geführte Touren zu nicht realisierten Stadtentwicklungsprojekten. Die Führungen stehen unter dem Motto „What If Berlin“ und stammen von dem japanischen Künstler Akira Takayama. Dabei stehen jeweils an den kommenden vier Wochenenden an 27 S-Bahn-Stationen „Orte vergessener Zukunftsentwürfe“ im Mittelpunkt. Es geht unter anderem um Architektur-, Verkehr- und Bildungsvisionen.

„Le Grand Macabre“

Am Freitag startet zudem in der Philharmonie das Musikfest Berlin mit einer Festrede des Publizisten und Direktors der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt am Main, Meron Mendel. Zum Auftakt der Konzertreihe spielen das Finnische Radio Symphonie Orchester und der Helsinki Kammerchor „Le Grand Macabre“ von Gyorgy Ligeti (1923-2006). Das Musikfest läuft bis 23. September. Im Rahmen der 36 Veranstaltungen sind auch mehrere Uraufführungen geplant. Ensembles kommen aus neun Staaten.

Eröffnet werden die Thementage „Reflexe und Reflexionen“ am Donnerstagabend im Haus der Berliner Festspiele mit Auftritten des britischen Wirtschaftshistorikers Adam Tooze und der sudanesisch-britischen Autorin Nesrine Malik zur Frage „Die große Unordnung: Neuanfang oder Ende?“. Am Samstag stellt sich Altbundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Fragen des muslimisch-jüdischen Wissenschaftlerpaars Saba-Nur Cheema und Meron Mendel, die auch Kuratoren der Veranstakltungsreihe sind. Zum Abschluss werden am Sonntagabend der ehemalige chilenische Präsident Gabriel Boric, die KI-Expertin und Präsidentin der Signal Foundation, Meredith Whittaker, und die Ökophilosophin Corine Pelluchon zur Frage „Welches Wissen braucht die Zukunft?“ erwartet.

Berliner Festspiele seit 1951

Die 1951 im Westteil der Stadt gegründeten Berliner Festspiele sind seit 2002 eine Einrichtung des Bundes. Gemeinsam mit der Berlinale und dem Haus der Kulturen der Welt bilden sie die „Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH“. Zu den bekanntesten regelmäßigen Veranstaltungen der Berliner Festspiele zählen das Theatertreffen, das Jazzfest Berlin und das Musikfest Berlin. Der Gropius Bau als Ausstellungshaus und das Haus der Berliner Festspiele in der Schaperstraße, ehemaliger Spielort der Freien Volksbühne, gehören zu den Berliner Festspielen.

Von Lukas Philippi (epd)