Lindenau-Museum klärt Herkunft von etruskischen Antiken
Altenburg, Erfurt (epd).

Das Lindenau-Museum Altenburg führt derzeit Provenienz-Forschungen zur Ausfuhr von Antiken aus Italien vor dem Jahr 1938 durch. Im Mittelpunkt stehe hierbei die Suche nach den Exportlizenzen für die Keramiken-Sammlung des Weimarer Malers Horst de Marées (1896-1988), sagte ein Museumssprecher dem Evangelischen Pressedienst (epd). In seinen Briefen habe der Sammler die Genehmigungen selbst erwähnt.

De Marées hatte zwischen den Weltkriegen zeitweise in Italien gelebt. Dort erwarb er zahlreiche römische, griechische und etruskische Artefakte. Die Sammlung mit insgesamt 147 Stücken hatte das Museum im Jahr 2022 von der Tochter und Erbin des Künstlers als Schenkung angenommen.

Außergewöhnliche Kollektion

Die Artefakte wurden nach Angaben des Lindenau-Museums bereits in den 1930er Jahren aus Italien nach Deutschland überführt. Gesucht werde nach den Dokumenten in den entsprechenden Archiven der heutigen lokalen Aufsichtsbehörden des italienischen Kulturministeriums. Die Recherche diene vorrangig der Klärung der Provenienz der Stücke. Rückführungsansprüche seitens des italienischen Staates lägen derzeit nicht vor.

Horst de Marées war ein in Weimar geborener Maler, der zu Lebzeiten vor allem für seine Zeichnungen und Aquarelle bekannt war. Er studierte in Weimar und München und wirkte als freischaffender Künstler in Ostpreußen, Thüringen und Niedersachsen. Weniger bekannt ist bis heute seine Tätigkeit als Sammler antiker Kunst. Die Kollektion gilt als eine der reichhaltigsten Sammlungen ihrer Art nördlich der Alpen und wird als ungewöhnlich hochwertig beschrieben.