Theater, Museen und Kulturvereine in Sachsen-Anhalt wollen mit „offenen Türen“ und einem vielfältigen Kulturprogramm auf das Ergebnis der Landtagswahl reagieren. Kulturschaffende im ganzen Land seien besorgt über die Radikalisierung und sichtbare Spaltung der Gesellschaft, doch man werde weitermachen, teilte das „Netzwerk Kultur ist Vielfalt und Heimat“ am Donnerstag in Magdeburg mit. „Gerade, wenn eine Gesellschaft auseinanderzudriften droht“, brauche es Orte, „an denen Menschen wieder miteinander in Kontakt kommen“, hieß es.
Die AfD hat als Wahlsiegerin Chancen auf eine Regierungsbeteiligung in Sachsen-Anhalt. Laut Wahlprogramm strebt sie eine „patriotische Kulturpolitik“ an und wolle künftig vor allem „solche Kunst fördern, die einen Beitrag zu deutscher Identitätsfindung“ leiste. „Das erfüllt uns mit Sorge“, sagte Netzwerk-Sprecherin Annegret Laabs.
„Kunstfreiheit bleibt unverhandelbar“
„Unsere Programme stehen, unsere Arbeit wird fortgesetzt, und die Kunstfreiheit bleibt unverhandelbar“, hieß es weiter. Die reiche Kultur in Sachsen-Anhalt beruhe auf gewachsenen Strukturen. „Wer das angreift, gefährdet nicht nur einzelne Projekte, sondern zerstört die Infrastruktur einer freien und lebenswerten Gesellschaft. Davor warnen wir!“
Statt der von der AfD angestrebten nationalistisch ausgerichteten Kulturpolitik sprach sich das Netzwerk für eine vielfältige Kultur aus, ohne staatliche Vorgaben: „Wir verstehen Kultur nicht als Rückzugsort, sondern als öffentlichen Raum der Demokratie - für Emotionen ebenso wie für Zweifel, Neugier und die Bereitschaft, einander zuzuhören“.