Kulturministerium für Bibliothekserweiterung
Dresden (epd).

In die Debatte um den gestoppten Erweiterungsbau der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) in Leipzig melden sich jetzt das sächsische Kulturministerium und der Bibliotheksverband Sachsen zu Wort. In einer am Dienstag in Dresden verbreiteten gemeinsamen Pressemitteilung fordern sie die Realisierung des seit 2018 geplanten Projektes. Der Neubau sei notwendig, um das kulturelle Erbe Deutschlands auch künftig verlässlich zu sichern.

Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) erklärte: „Die Digitalisierung und das gedruckte Buch dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden - wir brauchen beides.“ Um ihrem gesetzlichen Auftrag nachzukommen, benötigt die DNB nach eigenen Angaben einen neuen klimastabilen Magazinbau. Die Kosten werden auf rund 100 Millionen Euro beziffert.

Zweifache Archivierung von Druckwerken

Die DNB wurde 1912 als Deutsche Bücherei in Leipzig gegründet, um das gesamte nationale Schrifttum und im Ausland erscheinende Werke in deutscher Sprache zu sammeln, dauerhaft zu archivieren und für die Nutzung zur Verfügung zu stellen. Gesetzlich geregelt ist derzeit, dass alle in Deutschland erschienenen Druckwerke in zweifacher Ausführung archiviert werden müssen.

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) hatte einen Erweiterungsbau mit der Begründung abgelehnt, die Sammlung gedruckter Werke sei nicht mehr zeitgemäß und die DNB solle stattdessen stärker auf digitale Inhalte setzen. Ministerium und sächsischer Bibliotheksverband betonten dagegen: „Das mediale und kulturelle Erbe Deutschlands muss in beiden Formen dauerhaft gesichert werden.“ Es brauche daher Magazinbauten ebenso wie Datenspeicher.