Die Klassik Stiftung Weimar ist in ihr Themenjahr „Öffnen“ gestartet. Der Begriff stehe für Austausch, Neugier und die Lust auf Begegnungen, erklärte Stiftungspräsidentin Ulrike Lorenz am Mittwoch. Sichtbares Zeichen sind die Wiedereröffnungen von Teilen des Weimarer Stadtschlosses und des Wittumspalais nach umfangreichen Umbauten.
Die Wiedereröffnung des Wittumspalais als erster Höhepunkt des Themenjahres soll dabei in ein Bürgerfest eingebettet werden, sagte Lorenz. Präsentiert werde dabei in einer Ausstellung „Das wahre Gesicht der Anna Amalia“ rund um die Wiederentdeckung eines lebensgroßen Gemäldes der Malerin Barbara Rosina de Gasc (1713-1783). Das Werk sei unter alten Übermalungen im Rahmen der Sanierung des Hauses wieder sichtbar gemacht worden. Die Ausstellung beleuchte die Herkunft der Arbeit und deren Restaurierung.
Zwei Welterbe-Jubiläen
Ebenfalls in diesem Jahr feiert die Stiftung zwei Unesco-Jubiläen: Vor 25 Jahren wurde der Nachlass von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) ins Weltdokumentenerbe aufgenommen. Aus diesem Anlass zeigt das Goethe- und Schiller-Archiv ab Freitag die Ausstellung „Vom Dichter zur Marke Goethe“. Es sei der Dichterfürst selbst gewesen, der um seine Einzigartigkeit gewusst und noch zu Lebzeiten seinen literarischen und schriftlichen Nachlass geordnet habe, erklärte die Stiftung. Die Ausstellung zeige, wie Goethe seine Veröffentlichungen gegen ungenehmigte Nachdrucke geschützt, sein öffentliches Bild über Tagebücher beeinflusst oder über ein bewusstes Entsorgen von Dokumenten gesteuert habe.
Vor 30 Jahren wurden zudem die Bauhaus-Stätten in die Unesco-Welterbeliste aufgenommen. Nach den Worten der Direktorin Museen der Stiftung, Annette Ludwig, zeigt das Bauhaus-Museum daher ab Donnerstag zeitgenössische Postkarten zu Monumenten des Bauhauses in Weimar, Dessau und Bernau. Den historischen Aufnahmen werden aktuelle Fotografien der Stiftung entgegengestellt. Ab August präsentiere die Stiftung zudem frühe Holzschnitten des Bauhaus-Meisters Gerhard Marcks (1989-1981).
Höhepunkt Schloss-Eröffnung
Zum Höhepunkt und als Abschluss des Themenjahres wird Anfang Oktober der Ostflügel des Stadtschlosses eröffnet. Ein neues Besuchszentrum in der historischen Passage am Grünen Haus diene künftig als Ausgangspunkt, um Weimar zu entdecken, sagte Stiftungspräsidentin Lorenz. Die neu konzipierte Dauerausstellung widme sich der Weimarer Klassik. Ein moderner Veranstaltungssaal im Schloss biete Platz für Tagungen, Theater und gesellschaftliche Events.
Das Wohnhaus Goethes am Frauenplan bleibt dagegen nur noch bis zum 1. November geöffnet. Danach startet eine dreijährige denkmalgerechte Sanierung. Gleichzeitig bleiben das Goethe-Nationalmuseum und sein Besuchszentrum geöffnet.
Um den für die Stadt wichtigen Goethe-Tourismus nicht zu gefährden, arbeitet die Stiftung laut Lorenz derzeit an neuen Vermittlungsangeboten. So sollen wichtige Goethe-Stätten in einem Parcours durch die Stadt zusammengeführt werden. Daneben eröffnen Virtual-Reality-Rundgänge, interaktive Anwendungen wie die Online-Portale „Faust“ und „Goethezeit“ weltweite Zugänge zu den Sammlungen der Stiftung.