Friedenstein zeigt "The Power of Love"
Gotha (epd).

Unter dem Titel „The Power of Love“ präsentiert die Friedenstein Stiftung Gotha eine Auswahl von kunstvoll gestalteten Fächern aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Die seit Mittwoch zu sehende Schau widme sich damit einem der zentralen Themen der Kunstgeschichte, teilte eine Sprecherin mit. Erstmals zeige die kleine Ausstellung einige noch nie gezeigte Stücke.

Die Liebe als Thema findet sich laut Stiftung häufig auch auf Fächern, die in der frühen Neuzeit als unverzichtbare modische Accessoires galten. Sie dienten nicht nur der Abkühlung, sondern auch als Träger von Botschaften. In der höfischen Konversation konnten sie Gestik, Mimik und Aussage ihrer Trägerinnen und Träger gezielt unterstreichen.

Erst Fächer, dann Gemälde

Gezeigt werden unter anderem Darstellungen von Hochzeiten und Brautfahrten, koketten Liebesszenen sowie symbolträchtigen Motive wie Vogelkäfigen oder flammenden Herzen. Die Exponate bestehen aus Materialien wie Papier, Seide oder Elfenbein und sind teils mit Spitze, Perlmutt oder Gold verziert. Zu den besonderen Stücken zählt etwa ein Fächerblatt aus Italien um 1720, das später zu einem Gemälde umgearbeitet wurde.

Die Friedenstein Stiftung Gotha bewahrt nach eigenen Angaben eine der bedeutendsten musealen Fächersammlungen Deutschlands. Der historische Grundstock geht auf Herzog August von Sachsen-Gotha-Altenburg (1772-1822) zurück. Seit 2010 wird die Sammlung zudem durch eine Dauerleihgabe der Stiftung Ute Michaels aus München ergänzt. Der gesamte Bestand vom 16. bis zum 20. Jahrhundert wird derzeit im Rahmen des Digitalisierungsprojekts „Gotha transdigital“ neu erschlossen.