Die Leipziger Buchmesse nimmt mit ihrem diesjährigen Fokusthema „Donau - Unter Strom und zwischen Welten“ auch Migrationsrouten in den Blick. Seit Jahrhunderten bewegten sich Menschen auf oder entlang des Flusses, teilte die Buchmesse am Dienstag in Leipzig mit. Gründe seien etwa Flucht, Arbeitsmigration oder Rückkehr in die alte Heimat.
Diese Tatsache präge auch die Donau-Literatur auf vielfältige Weise. Erzählt werde von Eingriffen in Natur und Gesellschaft, von Verlusten und Widerständen. Der Fluss Donau markiere den Übergang zwischen Vorher und Nachher, Alt und Neu, Arm und Reich, hieß es.
Erinnerung und Neubeginn
Während die Donau stetig in eine Richtung fließe, bewegten sich Menschen mal mit, mal gegen die Strömung. Dieses Spannungsverhältnis hätten zahlreiche Erzählungen aus dem Donauraum aufgenommen. Geschildert würden das Leben zwischen Herkunft und Ankunft, zwischen Erinnerung und Neubeginn, zwischen Bleiben und Rückkehr, hieß es.
Unter anderem thematisiere Dimitre Dinev in seinem Buch „Zeit der Mutigen“ die zentralen Fragen des menschlichen Zusammenlebens. Der Naturfotograf Christoph Robiller zeige in seinen Bildern die Schönheit des Donaudeltas und der Steppen der Dobrudscha. Die Bulgarin Donka Dimova formuliere in einem Prosagedicht Lebensträume und Hoffnungen von Migrantinnen und Migranten.
Der Donauraum sei zudem seit Jahrhunderten ein Lebensort der Roma. Madeline Potter erzähle in ihrem Werk „Die Roma“ von Traumata, Diskriminierungen, aber auch von Lebensfreude.