Bildende Künstler in Thüringen leiden unter einem kleinen Markt
Erfurt (epd).

Die Bildende Kunst in Thüringen ist nach Einschätzung von Kulturminister Christian Tischner (CDU) von hoher Qualität und großer Vielfalt geprägt. Gleichzeitig stünden viele freischaffende Künstlerinnen und Künstler oft vor wirtschaftlichen Herausforderungen, sagte Tischner dem Evangelischen Pressedienst (epd).

„Das qualitative Schaffen der Thüringer Künstlerinnen und Künstler ist zweifelsfrei hoch und beeindruckend“, betonte Tischner. Ihre Werke seien regelmäßig in renommierten Ausstellungen vertreten und würden auch über die Landesgrenze hinaus wahrgenommen.

Land fördert die Kunst auf vielfältige Weise

Die Einkommenssituation sei häufig von projektbezogener Arbeit, schwankenden Einnahmen und einem insgesamt kleinen Kunstmarkt geprägt. Diese Rahmenbedingungen seien nicht nur in Thüringen zu beobachten, sondern bundesweit eine Herausforderung. „Hier kommt funktionierenden Netzwerken, Ausstellungsorten und verlässlichen Förderstrukturen eine besondere Bedeutung zu“, sagte Tischner.

Sein Ministerium unterstütze die Bildende Kunst bereits auf unterschiedlichen Ebenen, betonte Tischner. Gefördert würden etwa der Verband Bildender Künstler Thüringen (VBK), vielfältige Kunstprojekte, Stipendien und Ausstellungen. Hinzu kämen Ankäufe zeitgenössischer Kunst für die Kunstsammlung des Freistaats sowie die kulturelle Infrastruktur.

„artthuer“ ist wichtiger Branchentreff

Nicht jede Verbesserung der Rahmenbedingungen müsse jedoch mit höheren finanziellen Mitteln verbunden sein, erklärte der Minister. Beim Künstlerfrühstück mit Vertreterinnen und Vertretern des VBK in dieser Woche sei vor allem darüber gesprochen worden, wie sich die Sichtbarkeit zeitgenössischer Kunst erhöhen, die Vernetzung innerhalb der Kulturszene stärken und bürokratische Hürden abbauen ließen. Ebenso wichtig seien transparente Förderverfahren, verlässliche Ansprechpartner und ein kontinuierlicher Dialog zwischen Politik und Kunstszene.

Ein weiteres Thema des Austauschs sei die Vorbereitung der diesjährigen „artthuer - Kunstmesse Thüringen“ gewesen. „Sie ist die wichtigste Präsentationsplattform für Bildende Kunst im Freistaat und macht die Vielfalt der Kunstszene sichtbar“, sagte Tischner.

Kunstsammlung umfasst mehr als 10.000 Werke

An den regelmäßigen Ankäufen zeitgenössischer Kunst will Tischner festhalten. Diese seien ein wichtiger Bestandteil der Kulturförderung. Sie würdigten das Schaffen Thüringer Künstlerinnen und Künstler und trügen zugleich zum Ausbau der landeseigenen Kunstsammlung bei.

Die Kunstsammlung des Freistaats umfasst nach aktuellen Angaben mehr als 10.000 Einzelwerke. Seit 1991 erwirbt das Land regelmäßig Arbeiten professioneller Thüringer Künstlerinnen und Künstler

epd-Gespräch: Matthias Thüsing