Berliner Staatsbibliothek gibt Bücher an Adelsbibliothek zurück
Berlin (epd).

Die Berliner Staatsbibliothek hat 23 historische Bände an Philipp Fürst zu Stolberg-Wernigerode zurückgegeben. Die Bände waren überwiegend nach dem Zweiten Weltkrieg zum Ersatz für Kriegsverluste der Staatsbibliothek in Ostberlin und anderer Bibliotheken aus der Fürstlich-Stolberg-Wernigerödischen Bibliothek enteignet worden, teilte die Staatsbibliothek am Donnerstag in Berlin mit.

Bei den bereits Ende 2025 übergebenen Drucken handelt es sich um drei Schriften des 16. Jahrhunderts, 17 Bände des 18. Jahrhunderts sowie vier Bände des 19. Jahrhunderts. Darunter waren kirchengeschichtliche Werke, neuere deutsche Literatur und Schriften über den Harz sowie sogenannte Wernigerodana.

Mehr als 200.000 Objekte mit Herkunftsinformationen

Die Rückgabe sei das Ergebnis mehrerer Forschungsprojekte. Bislang habe die Staatsbibliothek mehr als 12.000 Exemplare auf eine möglicherweise belastete Provenienz überprüft. In ihrem Online-Katalog weise sie für mehr als 200.000 Exemplare Provenienzinformationen aus.

Zu den jetzt restituierten Objekten zählen unter anderem das Lustspiel „Die Mitschuldigen“ von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) in einer Ausgabe von 1899, eine 1558 in Lyon gedruckte Biblia Sacra sowie das dreizehnbändige Werk Gallia Christiana, das ab 1716 in Paris veröffentlicht wurde.

Historische Adelsbibliotheken

Die Fürstlich-Stolberg-Wernigerödische Bibliothek zählt den Angaben zufolge zu den großen historischen Adelsbibliotheken. 1928/29 habe das Fürstenhaus wertvolle Handschriften und Bücher verkaufen müssen. Auch in den Folgejahren sei es zu Verkäufen gekommen. Trotzdem umfasste die Bibliothek Stolberg-Wernigerode 1945 noch rund 90.000 Bände.