Die Ausstellung „Frauen im geteilten Deutschland“ ist von Dienstag an im Stasi-Unterlagen-Archiv Erfurt zu sehen. Die Schau beleuchte die unterschiedlichen Lebensrealitäten von Frauen in der Bundesrepublik und der DDR der 1970er und 1980er Jahre, teilte eine Sprecherin am Mittwoch mit.
Mehr als drei Jahrzehnte nach der deutschen Einheit halten sich den Angaben zufolge zahlreiche Klischees über „Ostfrauen“ und „Westfrauen“. Während die „Westfrau“ häufig als „Heimchen am Herd“ oder als Karrierefrau beschrieben werde, gelte die „Ostfrau“ wahlweise als besonders durchsetzungsstark oder als „Rabenmutter“, weil sie ihre Kinder früh in die Betreuung gebe. Solche teils widersprüchlichen Zuschreibungen prägten bis heute das Bild.
Frage nach Herkunft von Zuschreibungen
Die Ausstellung fragt nach den Ursprüngen dieser Stereotype und überprüft sie anhand historischer Beispiele. Sie zeigt Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Lebensentwürfen von Frauen in beiden deutschen Staaten und thematisiert politische sowie gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Zugleich stellt die Schau laut Stasi-Unterlagen-Archiv die Frage, ob Frauen in Ost und West trotz aller Unterschiede ein gemeinsames Streben nach Selbstbestimmung in einem männlich geprägten System verband.