Wittenberger Stadtkirche mit Sonderausstellung zum Welterbe-Jubiläum
Wittenberg (epd).

Mit einer Sonderausstellung erinnert die Wittenberger Stadtkirche St. Marien an die Aufnahme in die Welterbeliste der Unesco vor 30 Jahren. Bis zum Jahresende seien seltene Archivalien zur Reformationsgeschichte, eine Erstausgabe der Wittenberger Lutherbibel aus dem Jahr 1534 oder der Ehering von Katharina von Bora (1499-1552), der Ehefrau des Reformators Martin Luther (1483-1546) zu sehen, teilte die evangelische Stadtkirchengemeinde am Mittwoch mit.

In der Ausstellung werde zudem ein mittelalterlicher Abendmahlskelch präsentiert, der seit mindestens 500 Jahren an der Stadtkirche in Gebrauch und auf einigen Cranach-Gemälden dargestellt sei, sagte Pfarrer Fabian Mederacke.

Die Ausstellung mache deutlich, dass dies nicht nur ein historischer Erinnerungsort ist, sondern bis heute ein lebendiger Ort des Glaubens. So habe Luther ab 1512 regelmäßig dort gepredigt und im Jahr 1525 Katharina von Bora geheiratet. Von der engen Verbindung mit den Ereignissen der Reformation künden bis heute neben dem Reformationsaltar weitere 14 Epitaphien und Bildwerke von Lucas Cranach dem Älteren (1472-1553) und Lucas Cranach dem Jüngeren (1515-1586).

Bilderstürmer zerstörten 1522 Inventar

„Es ist ganz erstaunlich, dass das Archivgut der Stadtkirche über 500 Jahre gut erhalten wurde. Es ist ein Glück und Gottes Bewahrung, dass die Stadtkirche nie abgebrannt ist oder in einem Krieg zerstört wurde“, sagte Pfarrrer Mederacke.

In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts entstand die bis heute erhaltene dreischiffige Halle des Langhauses. 1522 wurde durch Bilderstürmer ein Großteil der Inneneinrichtung und der Altäre demoliert.