Im Rahmen des „Jahres der jüdischen Kultur“ findet am 23. August im mittelsächsischen Großschirma ein jüdisch-christlicher Mopedgottesdienst statt. Unter dem Titel „Zwei Takte für ein Halleluja“ seien Menschen mit und ohne Moped eingeladen, teilte das Organisationsbüro des Jahres der jüdischen Kultur in Sachsen am Mittwoch in Chemnitz mit. Die Leitung der Open-Air-Veranstaltung haben der evangelische Pfarrer Justus Geilhufe und der sächsische Landesrabbiner Zsolt Balla.
Der Gottesdienst verbinde Technik, Gemeinschaft und Glauben sowie sächsische Alltagskultur mit jüdisch-deutscher Geschichte, hieß es. Im Fokus stehen die Mopeds S50, S51 und Schwalbe. Sie stammen aus den Simson-Werken in Suhl, die 1856 von den jüdischen Brüdern und Unternehmern Löb Simson (1806-1862) und Moses Simson (1808-1868) gegründet wurden.
Jüdisches Leben in der Gegenwart
Während der NS-Zeit wurde die Familie enteignet und vertrieben, in der DDR wurde das Simson-Unternehmen verstaatlicht. Das S50 war ein beliebtes Moped in der DDR und gilt heute als Kultfahrzeug ostdeutscher Alltagsgeschichte. Der Gottesdienst in Großschirma wird live im MDR-Fernsehen und im Radio bei MDR Kultur übertragen.
Das „Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen“ findet noch bis Dezember statt. Unter dem Motto „Tacheles“ sind landesweit hunderte Veranstaltungen geplant. Ziel ist es, jüdische Kultur, jüdisch-sächsische Geschichte und jüdisches Leben der Gegenwart in den Mittelpunkt zu rücken.