Mit einer öffentlichen Aktion hat die Initiative „Kirche von unten“ am Dienstag auf ihre Forderungen zu anstehenden Strukturreformen der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens aufmerksam gemacht. Symbolisch heftete sie 14 Thesen an die Türen der Dresdner Kreuzkirche. Kritisiert wird vor allem eine „drohende weitere Zentralisierung kirchlicher Strukturen“.
Statt die Kirchgemeinden vor Ort zu stärken, setze die geplante Strukturreform auf größere und komplexere Einheiten, sagte ein Sprecher der Initiative. Nach der Kreuzkirche sollten die Thesen am Dienstag auch noch an der Dresdner Dreikönigskirche angebracht werden. An der Aktion beteiligten sich rund ein Dutzend Menschen.
Sorge um sorbisches kirchliches Leben
Mit dem Thesenanschlag wollte die Initiative auch auf eine entsprechende Online-Petition „Kirche von unten statt Zentralisierung“ hinweisen. Darin werden die Pläne der Kirchenleitung grundlegend kritisiert. „Entscheidungen über Personal, Finanzen und Gebäude drohen noch weiter vom Ort des Gemeindelebens entfernt zu werden“, heißt es. Laut „Kirche von unten“ sollen Kirchenmitglieder „wachgerüttelt“ werden. Bislang hat die Petition 122 Unterschriften.
Vor allem für das sorbische kirchliche Leben sei „die weitere Marginalisierung in einer großen Struktur eine besondere Gefahr“, erklärte die Initiative, die ihren Sitz in Bautzen hat und damit im sorbischen Siedlungsgebiet. „Kirche von unten“ setze sich für „lebendige Gemeinden vor Ort“ in „überschaubaren, verantwortlichen Strukturen“ ein. Mit dem Thesenanschlag wende sich die Gruppe gleichermaßen an Kirchenleitung und Synode.