Die Evangelischen Akademien von Thüringen und Sachsen-Anhalt werden zum 1. Januar 2027 unter einem Dach vereinigt. „Wir werden uns zum Jahresbeginn 2027 zur Evangelischen Akademie Mitteldeutschland zusammenschließen“, sagte der Direktor der Akademie Sachsen-Anhalt, Christoph Maier, am Freitag in Magdeburg dem Evangelischen Pressedienst (epd).
Auf einer gemeinsamen Sitzung am Donnerstag hätten beide Akademien die wichtigsten Details geklärt. „Nun sind wir tatsächlich auf dem Weg, uns zu einer Organisation zusammenzuschließen“, sagte Maier. Die Länderbezüge sollten jedoch auch künftig erhalten bleiben, weshalb die Standorte Wittenberg und Neudietendorf mit den bisherigen Räumlichkeiten fortgeführt werden. Als Leitungsteam würden ab Januar die bisherige thüringische Geschäftsführerin Anna Lübbers sowie die beiden Direktoren Sebastian Kranich und Christoph Maier gemeinsam agieren.
Vertrauensvolle Zusammenarbeit
„Die Synoden der Evangelischen Landeskirche Anhalts und der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland haben bereits vor Jahren eine engere Kooperation der beiden Akademien eingefordert“, sagte Maier. Und so habe es auch schon länger gemeinsame Projekte und engere inhaltliche Abstimmungen zwischen Wittenberg in Sachsen-Anhalt und Neudietendorf in Thüringen gegeben. Es gebe ein „vertrauensvolles Miteinander“.
Die beiden Kirchen hätten den konkreten Weg zu einer gemeinsamen Akademie für Mitteldeutschland bewusst in die Hände der beiden Bildungseinrichtungen gelegt. Diese hätten sich entschieden, die neue Akademie wie bisher schon die Bildungsstätte in Wittenberg als selbstständiges Werk zu führen und rechtlich als eingetragener Verein aufzutreten. „Jetzt muss nur noch die Mitgliederversammlung des Förderkreises der Evangelischen Akademie in Wittenberg dem verabredeten Vorhaben zustimmen“, sagte Maier.
Zwei der ältesten Akademien Deutschlands
Beibehalten würden die bisherigen inhaltlichen Schwerpunkte und die klare Kommunikation auch über kirchliche Bereiche hinaus. Zuletzt hatten Positionen der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt Gegenwind bei der AfD hervorgerufen, die deshalb in ihrem Programm zur Landtagswahl eine Streichung von Landeszuschüssen angekündigt hat.
Die im Sommer 1947 ins Leben gerufene Evangelische Akademie Thüringen ist die älteste ihrer Art in Ostdeutschland. Ihr Pedant in Sachsen-Anhalt nahm im Dezember 1948 ihre Arbeit in der Lutherstadt Wittenberg auf. Die Akademien entstanden nach dem Zweiten Weltkrieg, um das Demokratieverständnis zu stärken sowie Kirche und Gesellschaft ins Gespräch zu bringen.