Der Berliner Bischof Christian Stäblein hat zum Jahrestag der islamistischen Terroranschläge in den USA vom 11. September Gewalt im Namen von Religion verurteilt. Im Zentrum von Glauben und Gott wohne „die Sehnsucht nach Frieden“, erklärte der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz am Jahrestag am Freitag. Gewalt dürfe nie das letzte Wort haben. Die Achtung des Menschen und die Würde der anderen stünden „im Namen Gottes über allem“.
Der 11. September 2001 sei eine Zeitenwende gewesen, erklärte Stäblein. Es sei ein Tag unendlichen Schreckens gewesen, der bis heute zu spüren sei. Er betrauere und beklage die Opfer, „auch die vielen, die beim Helfen und Retten zu Tode gekommen sind“. Zugleich habe seitdem Krieg und Gewalt auf der Welt eine neue Dimension erfahren.
3.000 Tote an einem Tag
Am 11. September jähren sich die Anschläge zum 25. Mal. 19 Terroristen brachten dabei insgesamt vier Flugzeuge in ihre Gewalt. Zwei lenkten sie in das World Trade Center in New York, die „Twin Towers“, die kurz darauf einstürzten. Ein weiteres traf das US-Verteidigungsministerium, das Pentagon. Das vierte Flugzeug, dessen genaues Ziel bis heute unbekannt ist, stürzte nach einem Kampf der Passagiere mit den Entführern auf einem Feld in Pennsylvania ab. Durch die Anschläge kamen rund 3.000 Menschen ums Leben.
Auf „9/11“, wie die Anschläge wegen des Datums genannt werden, reagierten die USA mit dem sogenannten „Krieg gegen den Terror“. Diese Kriege waren laut dem „Costs of War“-Projekt direkt für mehrere hunderttausend Tote verantwortlich, darunter viele Zivilisten.