Wenige Tage vor der Berlin-Wahl am 20. September hat der evangelische Bischof Christian Stäblein zu Sachlichkeit in Kontroversen und bei Problemlösungen aufgerufen. Wahlen seien eines der Herzstücke der Demokratie und Meinungswettstreit das Wesen demokratischer Kultur, nicht Populismus, sagte der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz am Samstag im RBB-Hörfunk.
Menschlichkeit und Miteinander würden jedoch nur gestärkt, wo der Wille zur sachlichen Problemlösung im Vordergrund stehe, sagte Stäblein. Menschenfeindlichkeit habe zugleich in der Kirche „weder Raum noch Podium“.
Ringen um Zusammenhalt
Aufgabe der Kirche sei „bei diesem Ringen um Demokratie und Zusammenhalt“, wirklich hinzuhören, sagte Stäblein. Viele Menschen fühlten sich „ungehört, überhört, abgehängt“ und bräuchten Raum für ihre Anliegen. Zugleich müsse Kirche ein besonderes Auge auf diejenigen haben, „die sich im Anwachsen des extremistischen Rechtspopulismus bedroht fühlen, in ihrer Existenz und in ihrer Seele“. Dies seien nicht wenige Menschen, nicht zuletzt Migrantinnen und Migranten, Menschen, die auf Inklusion angewiesen sind und auch queer Liebende und Lebende.