Arnstädter Pfarrer erhält Werner-Sylten-Preis
Erfurt, Halle (epd).

Der Arnstädter Pfarrer Jürgen Friedrich erhält den Werner-Sylten-Preis für christlich-jüdischen Dialog der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Damit werde das langjährige Engagement des heute 81-Jährigen zur Aufarbeitung der Regionalgeschichte und für die Erinnerungskultur gewürdigt, teilte die Landeskirche am Sonntag in Erfurt mit. Der Preis soll am Mittwoch in den Franckeschen Stiftungen in Halle überreicht werden.

Der ehemalige thüringische Landesjugendpfarrer wird den Angaben zufolge auch für seinen wegweisenden Beitrag zum Erinnerungsprojekt „Die Novemberpogrome - Gegen das Vergessen“ ausgezeichnet. Die Broschüre entstand 1988 vor dem 50. Jahrestag der Novemberpogrome von 1938. Sie dokumentiert die Geschichte jüdischen Lebens in Eisenach, Gotha und Schmalkalden sowie die Verfolgung und Vernichtung der jüdischen Bevölkerung in der NS-Zeit.

Besonderes Dokument der Zeitgeschichte

Die Jury würdigte das Projekt als „besonderes zeitgeschichtliches Dokument des christlich-jüdischen Dialogs in der späten DDR“. Friedrich habe Zivilcourage und Beharrlichkeit entwickelt, dieses Projekt auch unter politisch schwierigen Umständen umzusetzen.

Mit dem Werner-Sylten-Preis werden Projekte geehrt, die die Selbstverpflichtung der Landeskirche umsetzen, jeder Form von Antisemitismus zu widersprechen, für Religionsfreiheit einzustehen und sich mit antijüdischen Interpretationen der Bibel auseinanderzusetzen.

Werner Sylten (1893-1942) half, das Leben von mehr als tausend „nichtarischen“ Christen zu retten. 1979 wurde ihm von der Gedenkstätte Yad Vashem der Ehrentitel „Gerechter unter den Völkern“ verliehen.