In einem ökumenischen Pfingstbrief werden die Protestanten und Katholiken in Berlin und Brandenburg zu Zuversicht trotz Krisen, Konflikten und Kriegen aufgerufen. Pfingsten sei das Fest der Verständigung in einer zerrissenen Welt, heißt es in dem gemeinsamen Schreiben des Präses der Landessynode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), Harald Geywitz, und der Vorsitzenden des Diözesanrats der Katholiken im Erzbistum Berlin, Karlies Abmeier.
Menschen aus verschiedenen Ländern hätten damals einander plötzlich in ihrer eigenen Sprache gehört. „Was damals geschah, ist auch heute von Bedeutung für unsere Welt, die von Konflikten, Kriegen und Leid geprägt ist“, heißt es in dem am Mittwoch verbreiteten Schreiben.
Widersprechen
Gerade in Zeiten des Wandels seien die Kirchen wichtige Orte der Orientierung, der Gemeinschaft und der Hoffnung. In Zeiten polarisierter Debatten brauche es Menschen, die sich einbringen, Brücken bauen, Verantwortung übernehmen und im Ringen um die besten Lösungen einander mit Respekt begegnen.
„Bleiben Sie wach für das, was geschieht“, hieß es. Und weiter: „Widersprechen Sie, wo Menschen in ihrer Würde angegriffen werden. Und setzen Sie Zeichen der Hoffnung und Zuversicht - gerade dort, wo sie besonders gebraucht werden.“
74 offene Kirchen
Pfingsten gilt als „Geburtstag der Kirche“. Es erinnert an die Ausschüttung des Heiligen Geistes und ist nach Weihnachten und Ostern das dritte Hauptfest im christlichen Kirchenjahr. Gefeiert wird das Pfingstfest von den Kirchengemeinden häufig mit Open-Air-Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen.
So wird in Berlin und Brandenburg am Pfingstsonntag zur 24. Nacht der offenen Kirchen eingeladen. Die Besucher erwarte „ein Programm von Bach bis Bratwurst“, teilte der Ökumenische Rat Berlin-Brandenburg am Mittwoch mit. Darunter seien Lagerfeuergottesdienste, Turmbesteigungen, Baustellenbesichtigungen, sorbische Tänze oder „Klezmerschwof“. Insgesamt beteiligen sich an der Nacht 74 Kirchen, 37 in Berlin und 37 in Brandenburg.
Tiersegnungsgottesdienst
So gibt es in der Pauluskirche Berlin-Zehlendorf ab 20 Uhr eine „Impro Night Lounge“ (Lange Nacht der Improvisation) mit Orgel, Klavier, Elektronik und Video. Die Evangelische Kirche Burg (Spreewald) zeigt um 18 Uhr den Kinofilm „Ein Feuerwerk für die Kleinstadt“ über „das Leben und Lieben“ in der Lausitz. Die Trinitatiskirche in Berlin-Charlottenburg bietet zwischen 17.30 und 22 Uhr Turmbesteigungen, Andacht, Lesungen, Scottish Country Dancing und Flamenco-Gitarrenmusik.
Neben Berlin ist Cottbus mit 14 Veranstaltungen die Stadt mit den meisten Angeboten. So spielt in der Evangelisch-Methodistischen Kirche das Frauenensemble „Jarobinka“ wendische Lieder aus den Braunkohleregionen. In der Lutherkirche wird das Schattentheater „Die Sage von Philemon und Baucis“ aufgeführt.
Am Pfingstmontag findet vor dem Schöneberger Rathaus in Berlin der traditionelle ökumenische Open-Air-Gottesdienst statt. Die Predigt hält Ryan D. Birkmann von der American Church Berlin. In der Parochialkirche in Berlin-Mitte gibt es einen Segnungsgottesdienst für Tiere.