Der evangelische Berliner Altbischof Markus Dröge hat dazu aufgerufen, rechtsextreme und populistische Politikansätze stärker durch Sachargumente zu entkräften. Es sei notwendig, mit Menschen, die sich von solchen Strömungen und Aussagen beeindrucken lassen, zu reden, sagte Dröge am Donnerstag im RBB-Hörfunk. Er halte es für einen Fehler, dass dies bislang nicht ausreichend geschehen sei.
Zwar sollte nicht mit Rechtsextremen auf normalen Podien diskutiert werden, sagte Dröge, der von 2009 bis 2019 Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz war. Solche Podien dürften nicht für „Agitatoren“ freigegeben werden. Es müssten stattdessen spezielle Veranstaltungen zur Auseinandersetzung mit Rechtsextremen und Populisten entwickelt werden.
Dröge, der Vorstandssprecher der Stiftung Zukunft Berlin ist, sagte, die Menschen müssten wieder spüren können, dass es möglich ist, Argumente und Haltungen der Rechtsextremen und Populisten zu durchbrechen. Dies sei seit Jahren vernachlässigt worden.
Wahlprogramme öffentlich auseinandernehmen
Es müsse stärker öffentlich auseinandergenommen werden, was eine Umsetzung rechtsextremer und populistischer Wahlprogramme bedeuten würde, sagte der 71-Jährige. Dies sei auch von Wirtschaftsfachleuten und Sozialpolitikern nicht ausreichend geschehen.
Im Bereich der Kirche habe sich gezeigt, dass Rechtspopulismus in lebendigen und sozial engagierten Gemeinden, in denen Probleme diskutiert würden, nur schwer Fuß fassen könne. Mit solch einem lebendigen Engagement könne Menschen gezeigt werden, dass sie nicht rechtsextrem wählen müssen, wenn sie Veränderungen wollen.