Verpixelte Justitia-Statue gegen digitale Gewalt
Berlin (epd).

Mit einer überlebensgroßen, verpixelten Justitia-Statue hat die Organisation „HateAid“ am Donnerstag im Berliner Regierungsviertel eine Petition „Unsere Nacktbilder sind nicht euer Business“ übergeben. Darin wird unter anderem gefordert, das Erstellen und Verbreiten sexualisierter bildbasierter digitaler Gewalt, etwa KI-Deepfakes, strafbar zu machen. Die Petition wurde den Angaben zufolge an die rechtspolitischen Sprecher der demokratischen Bundestagsfraktionen übergeben. Sie wurde bislang von 55.000 Menschen unterzeichnet.

Die Aktivistin und Jura-Studentin Theresia Crone sagte, dass es bislang eine entsprechende Strafbarkeit nicht gebe, habe ihr „Vertrauen in den Rechtsstaat erodiert“. Crone, die sich unter anderem bei Fridays for Future engagiert, wurde Ende 2023 Opfer von Identitätsdiebstahl und digitaler sexualisierter Gewalt. Unbekannte hatten in sozialen Netzwerken pornografische Deepfakes mit ihrem Gesicht verbreitet. Die Aktivistin hatte das öffentlich gemacht und Strafanzeigen gestellt.

Fast 80 Prozent für Strafbarkeit

„HateAid“ fordert auch, das Geschäft dahinter zu unterbinden. So sollten etwa entsprechende KI-Anwendungen aus den App-Stores genommen und „Nudifier-Systeme“, die mithilfe von KI sexualisierte Inhalte von realen Personen erstellen, verboten werden.

Laut einer von „HateAid“ veröffentlichen repräsentativen Umfrage sind knapp 80 Prozent der Befragten dafür, die Erstellung und Verbreitung KI-generierter Bilder und Videos ohne Einwilligung strafrechtlich zu ahnden. Fast 90 Prozent sprechen sich dafür aus, solche Apps und Webseiten zu verbieten.