Verein kritisiert Aus für Antidiskriminierungsberatung
Potsdam (epd).

Nach dem Aus für die allgemeine Antidiskriminierungsberatung des Vereins Opferperspektive steht Betroffenen in Brandenburg weiter eine staatliche Anlaufstelle zur Verfügung. Die Landesstelle für Chancengleichheit und Antidiskriminierung beim Sozialministerium berate seit Ende 2017 zu allen Diskriminierungsmerkmalen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes, sagte eine Ministeriumssprecherin dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Montag in Potsdam.

Menschen, die Diskriminierung erfahren, könnten sich jederzeit dorthin wenden, hieß es. Dies gelte für alle Fragen, von Diskriminierung aufgrund rassistischer Zuschreibung oder wegen der ethnischen Herkunft über Geschlecht, Religion oder Weltanschauung bis hin zu Behinderung, Alter sowie sexueller Identität oder Orientierung.

Fehlende Finanzierung

Der Verein Opferperspektive kritisierte, wegen fehlender öffentlicher Finanzierung habe die eigene unabhängige Anlaufstelle zur Fachberatung zum 1. Februar ihre Arbeit einstellen müssen. Grund sei, dass die Landesregierung nicht die notwendigen Mittel für die Weiterführung des Angebots zur Verfügung gestellt habe. Mit dem Auslaufen eines speziellen Bundesprogramms habe die Verantwortung für die Weiterführung der Beratung beim Land gelegen. Die Regierungskoalition habe jedoch keine Haushaltsmittel dafür bereitgestellt.

Vom Sozialministerium hieß es dazu, Hintergrund sei die fehlende Bundesfinanzierung, die für 2026 wegfalle. Das Land habe 25.000 Euro als Kofinanzierung für die Opferperspektive-Beratungsstelle bereitstellen wollen. Dies sei jedoch ohne Bundesförderung nicht möglich.