Thüringen will Integrationspolitik neu ausrichten
Erfurt (epd).

Thüringen will seine Integrationspolitik stärker bündeln. Die gezielte Förderung von Anfang an sei entscheidend für eine erfolgreiche Integration, sagte der Vorsitzende Thüringer Integrationsbeirats, Christian Klein, am Mittwoch in Erfurt nach einer Sitzung des Gremiums. Wer von Beginn an gezielt gefördert werde, könne schneller Deutsch lernen, eine Arbeit aufnehmen und seinen Platz in der Gesellschaft finden.

Der Integrationsbeirat existiert seit 2010 als ein beratendes Gremium der Landesregierung. In ihm arbeiten Vertreter aus Politik, Verwaltung, Kommunen sowie Migrantenorganisationen zusammen. Er bringt unterschiedliche Perspektiven ein und begleitet die Integrationspolitik mit Empfehlungen.

Bedeutung für den Arbeitsmarkt

Auch das Thüringer Migrationsministerium will die Integrationsförderung künftig stärker bündeln und transparenter gestalten. Schwerpunkte sollen laut Ministerin Beate Meißner (CDU) Sprachförderung, Arbeitsmarktintegration, psychosoziale Unterstützung sowie Angebote für Frauen und Kinder sein. Im Rahmen der europäischen Asylreform investiere das Land mehr als drei Millionen Euro in bessere Aufnahmestrukturen, darunter ein digitales Verfahren zur frühzeitigen Erkennung besonderer Schutzbedarfe.

Meißner wies zudem auf die wachsende Bedeutung von Zuwanderung für den Arbeitsmarkt auch in Thüringen hin. Angesichts sinkender Erwerbszahlen sei Migration für den Freistaat von zentraler Bedeutung, um den Bedarf an Fach- und Arbeitskräften langfristig und stabil zu decken. Integration bleibe deshalb eine entscheidende Aufgabe.