Sachsen verzeichnet mehr freiwillige Ausreisen
Dresden (epd).

Die Zahl der Asylsuchenden in Sachsen ist 2025 laut Innenminister Armin Schuster (CDU) um fast die Hälfte zurückgegangen. Im vergangenen Jahr seien 5.189 Ankünfte in den sächsischen Asylunterkünften gezählt worden, sagte Schuster am Dienstag bei der Vorstellung der Asylbilanz für das Jahr 2025 in Dresden. 2024 waren es 10.120 Asylsuchende.

Laut Schuster haben sich die Zahlen zum zweiten Mal in zwei Jahren halbiert. Die „Asylwende“ wirke, sagte der Innenminister. Auch die eigenverantwortlichen Ausreisen seien deutlich gestiegen, von 950 im Jahr 2024 auf 1.588 Menschen im Jahr 2025. Dies sei ein Ergebnis konsequenten Handelns. Zur freiwilligen Rückkehr werde Beratung, Unterstützung und behördliche Begleitung angeboten. Zudem zeige ein „konsequenter Rückführungsvollzug Wirkung“.

Mehr als die Hälfte der Abschiebungen scheitern

Laut dem Präsidenten der Landesdirektion Sachsen, Bela Belafi, sind die Abschiebungen im Jahresvergleich von 936 auf 917 gesunken. Gut ein Drittel der zurückgeführten Menschen seien rechtskräftig verurteilte Straftäter. Die Hauptzielländer der sogenannten Rückführungen im vergangenen Jahr waren laut dem Präsidenten Georgien, die Türkei, Tunesien, Marokko und Indien.

Etwa 64 Prozent der geplanten erzwungenen Ausreisen seien jedoch gescheitert, sagte Belafi. Meist waren die Betroffenen untergetaucht. Zum Teil hätten aber auch Fluggesellschaften aus Sicherheitsgründen abgelehnt, Ausreisepflichtige mitzunehmen. Schuster kündigte an: „Damit ausreichende Kapazitäten für Rückführungen bereitstehen, braucht es eine Kooperationsverpflichtung der Luftverkehrsgesellschaften.“

Schuster will Beugehaft

Zudem plädiert er für eine Ausreisebeugehaft, um die „Motivation zu erzeugen, einer gesetzlichen Pflicht nachzukommen“ und eine freiwillige Ausreise zu erzwingen. Den Vorschlag wolle er beim nächsten Treffen der bundesdeutschen Innenminister und Innenministerinnen besprechen, sagte Schuster. Zudem will er eine Möglichkeit schaffen, ausreisepflichtige Menschen nicht nur in extra Einrichtungen zu inhaftieren, sondern - wenn nötig - auch reguläre Haftplätze in Justizvollzugsanstalten zu nutzen.

Zum Jahresende 2025 befanden sich laut Landesdirektion in Sachsen 25.524 Menschen im Asylverfahren oder waren vollziehbar ausreisepflichtig. Von den rund 12.500 Ausreisepflichtigen verfügten laut Belafi 10.633 Menschen über eine Duldung. Darüber hinaus lebten zum Jahreswechsel 70.164 Schutzsuchende aus der Ukraine im Freistaat Sachsen.

Mehr als 8.000 weitere Flüchtlinge aus der Ukraine

Die meisten Asylbewerber kamen 2025 aus Venezuela, Afghanistan, Syrien, Pakistan und der Türkei. Zusätzlich wurden laut Belafi im vergangenen Jahr 5.942 Flüchtlinge aus der Ukraine in den Einrichtungen des Freistaats vorübergehend untergebracht, 2024 waren es 1.912 Personen. Insgesamt sind 8.380 ukrainische Flüchtlinge im Jahr 2025 neu in Sachsen aufgenommen worden (2024: 8.595 Personen).

Die sächsischen Aufnahmeeinrichtungen in Dresden, Chemnitz und Leipzig verfügen laut Belafi derzeit über eine Kapazität von insgesamt 4.511 Plätzen. Wegen des Rückgangs der Zugangszahlen seien Unterbringungskapazitäten vorläufig außer Betrieb genommen worden. Ein Teil davon bleibe jedoch einsatzbereit.

Von Katharina Rögner (epd)