Petition wirft AfD "missbräuchliche Nutzung" der Marke "Simson" vor
Dresden, Magdeburg (epd).

Das „Zentrum Interkultureller Verständigung Dresden“ hat eine Petition zum Schutz der Fahrzeugmarke „Simson“ gestartet. Unter dem Titel „Unsere Simson fährt nicht für die AfD“ soll gegen die mutmaßliche Vereinnahmung der Marke im AfD-Wahlkampf in Sachsen-Anhalt vorgegangen werden, wie das Zentrum am Montag in Dresden mitteilte. Die Petition ruft die „Simson“-Markeninhaberin „Gesellschaft zur Entwicklung und Sanierung von Altstandorten“ (Gesa) dazu auf, gegen die politische Nutzung der Marke und die „Vereinnahmung durch Rechtsextreme“ vorzugehen.

Bis Montagmittag hatten mehr als 3.200 Menschen die Petition unterzeichnet. Sie richtet sich an die Gesa-Geschäftsführer Ulrich Wöstmann und Carsten Reymann. Wörtlich heißt es: „Wir fordern die Gesa auf, alle markenrechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen.“

Jüdische Firmengeschichte

Die Geschichte der jüdischen Familie Simson, die von den Nationalsozialisten verfolgt, enteignet und 1935 aus Deutschland vertrieben wurde, dürfe „heute nicht von einer rechtsextremen Partei vereinnahmt werden“. Jedoch nutze „die AfD in Sachsen-Anhalt die Marke im Wahlkampf, um von ihrem guten Ruf und ihrer Bekanntheit zu profitieren“.

„Simson“ stehe für „ostdeutsche Industriegeschichte, technische Innovation und das Vermächtnis der jüdischen Unternehmerfamilie“, heißt es in der Petition. Zu den Erstunterzeichnern gehören der Leipziger Musiker Sebastian Krumbiegel, die Dresdner SPD-Bundestagsabgeordnete Rasha Nasr und der Grünen-Bundestagsabgeordnete Kassem Taher Saleh. Der Verfassungsschutz stuft die AfD in Sachsen-Anhalt als „gesichert rechtsextremistisch“ ein.