Der Vorsitzende der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF), Martin Detzel, sieht die Öffentlich-Rechtlichen aktuell gut aufgestellt. „Die Rundfunkanstalten sind von 2025 bis 2028 funktionsgerecht finanziert“, sagte Detzel am Mittwoch im Berliner Abgeordnetenhaus. Die Planungssicherheit sei unverändert gewährleistet. Die nur geringfügig gestiegenen „anerkannten Aufwendungen“ seien gedeckt.
Perspektivisch begrüße die KEF auch verstärkte Kooperationen der Anstalten. Die Kommission werde darüber eine Dokumentation unter Berücksichtigung der Einsparungs- und Wirtschaftlichkeitseffekte einfordern, sagte der Wirtschaftsprofessor im Ausschuss für Bundes- und Europaangelegenheiten des Abgeordnetenhauses. Zur Ermittlung von Wirtschaftlichkeitspotenzialen untersuche die KEF auch das Immobilien- und Standortmanagement der Anstalten.
Belastung der Beitragszahler nur gering gestiegen
Detzel betonte, die Belastung der Beitragszahler falle aktuell mit 18,36 Euro monatlich geringer aus als ursprünglich vorgesehen. Seit 2009 - dem Jahr der letzten großen Beitragserhöhung auf 17,98 Euro - sei der Rundfunkbeitrag nominell, ohne Berücksichtigung der Inflationsrate, pro Jahr im Schnitt um nur 0,12 Prozent angestiegen.
Der KEF-Vorsitzende wandte sich gegen den Vorwurf der ungenauen Prognosen. Trotz der geo- wie innenpolitischen Veränderungen zwischen der Veröffentlichung des 24. KEF-Berichts im Jahr 2024 und dem 25. KEF-Bericht Anfang 2026 lägen die Abweichungen bei der Ermittlung des anerkannten Finanzbedarfs wie auch der prognostizierten Beitragserträge bei unter einem Prozent.