Die Arbeiten zur Errichtung eines Mahnmals für die im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Zeugen Jehovas sollen im März starten. Dafür werde im Berliner Tiergarten eine schlichte Bronzeskulptur des Künstlers Matthias Leeck installiert, teilte die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas am Dienstag in Berlin mit.
Das Vorhaben geht auf einen Beschluss des Bundestages von Juni 2023 zurück. Die Zeugen Jehovas hätten geschlossen Widerstand gegen den Nationalsozialismus geleistet und seien eine der ersten verfolgten Gruppen gewesen, hieß es seinerzeit. Finanziert wird das Denkmal vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas übernimmt den Angaben zufolge die Umsetzung. Am 25. Juni soll das Mahnmal im Beisein von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) eingeweiht werden.
Digitales Gedenken
Am Gedenkort werde neben der Skulptur eine Informationstafel installiert. Laut der Stiftung wird zudem eine interaktive Karte von Jugendlichen und deren Lehrkräften unter dem Stichwort „Gedächtnis der Namenlosen“ erarbeitet. Dabei werde eine Datenbank mit Biografien, historischen Dokumenten, Orten und Fotos zu den verfolgten und ermordeten Zeugen Jehovas und ihrem Widerstand aufgebaut.
Das Denkmal wird nahe dem Goldfischteich liegen. Dort hatte die Gestapo im August 1936 eine Verhaftungsaktion durchgeführt. Zur gleichen Zeit waren auch führende Zeugen Jehovas inhaftiert worden. Insgesamt seien fast 14.000 Frauen und Männer der Glaubensgemeinschaft gefangen genommen worden, mindestens 1.700 von ihnen überlebten nicht.