Nachhaltiger Konsum wird einfacher. Am Sonntag tritt die „EU-EmpCo“-Richtlinie in Kraft, die vor irreführenden Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen schützen soll, wie die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern am Montag mitteilte. „Ziel ist es, sogenanntes Greenwashing einzuschränken und Kaufentscheidungen transparenter zu machen“, sagte Antje Degner. Aussagen wie „klimaneutral“, „nachhaltig“ oder „natürlich“ dürften dann nur noch verwendet werden, wenn sie belegbar seien. Im Rahmen der Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit bietet die Verbraucherzentrale zudem kostenlose Online-Vorträge zu nachhaltiger Geldanlage, Reparatur und Handynutzung an.
„Greenwashing bei Lebensmitteln sehen wir als großes Problem“, sagte Degner. Von Greenwashing wird gesprochen, wenn ein Unternehmen sich und seinen Produkten durch Marketing ein grünes Image verleiht, ohne seine Umweltauswirkungen nachweislich zu verbessern.
Mehr Transparenz
Hersteller hätten jahrelang firmeneigene und nicht unabhängig geprüfte Öko-Labels erfunden, sagte Degner. Oft seien Produkte inflationär mit Aussagen wie „umweltfreundlich“, „biologisch abbaubar“ oder „klimafreundlich“ beworben worden, obwohl es keine Beweise dafür gegeben habe. Die neuen Regeln seien ein wichtiger Schritt zu mehr Transparenz. Degner: „Entscheidend ist, dass die bestehenden Regeln wirksam durchgesetzt werden.“
Mit der neuen EU-Regel seien ab Sonntag bundesweit Nachhaltigkeitssiegel verboten, die nicht von öffentlichen Stellen ausgegeben werden, hieß es. Aussagen zur Umweltwirkung des gesamten Produkts, die aber nur auf einzelne Komponenten zutreffen, seien nicht mehr erlaubt. Auch Werbeaussagen zu neutralem oder reduziertem Treibhausgasausstoß, die ausschließlich auf Kompensationsmaßnahmen beruhen, seien nicht mehr zulässig.