Umweltverbände warnen vor Kohlendioxid-Deponie in der Nordsee
Hamburg, Berlin (epd).

Fünf Umweltverbände haben vor den Folgen der möglichen Einrichtung einer Kohlendioxid-Deponie in der Nordsee gewarnt. Gemeinsam hätten der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Deutsche Umwelthilfe, Greenpeace sowie die Organisationen „Ocean Care“ und „Whale and Dolphin Conservation“ zum Schutz von Walen und Delfinen eine Stellungnahme eingereicht, teilte der BUND am Montag mit.

Sie richtet sich gegen einen Genehmigungsantrag zu Voruntersuchungen des amerikanischen Mineralölkonzerns ExxonMobil für eine solche Deponie. Die Verbände lehnen den Antrag unter anderem aufgrund von umweltrechtlichen Mängeln ab und warnen vor ungeklärten Langzeitrisiken für die Nordsee. Unter anderem pochen sie auf den Schutz der Schweinswale.

Verbände: Unvereinbar mit dem Meeresschutz

Der US-Mineralölkonzern habe im März beantragt, ein großes Gebiet des Meeresuntergrundes auf seine Eignung zu prüfen, hieß es. Konkret seien Bohrungen und drei Monate andauernde seismische Tests mit Schallkanonen in der zentralen Nordsee hinter Helgoland vorgesehen. Aus Sicht der Umweltverbände fehlen zum einen rechtliche Grundlagen für eine Genehmigung. Andererseits sei das Vorhaben unvereinbar mit dem Meeresschutz, insbesondere mit dem Schutz der Schweinswale.

Schallkanonen erzeugen den Verbänden zufolge die mitunter lautesten menschengemachten Geräusche im Meer. Ihr Schall könne Schweinswale noch kilometerweit entfernt erreichen und Verhaltensreaktionen auslösen. Studien zeigten, dass die Tiere seismischen Lärm noch in zehn bis zwölf Kilometern Entfernung mieden.

Unterwasserlärm bedroht Fische und Meerestiere

Der im Antrag vorgesehene Abstand zu den Schutzgebieten Sylter Außenriff und Borkum Riffgrund betrage jedoch nur rund 8,8 Kilometer. Damit sei er zu gering, um Folgen für die Tiere, die in den Gebieten ihre Kälber aufziehen, ausschließen zu können. Der Unterwasserlärm betreffe auch Fische und wirbellose Meerestiere bis zum Zooplankton.

Die Abscheidung und unterirdische Deponierung von Kohlendioxid werde zwar häufig als Beitrag zum Klimaschutz dargestellt, hieß es. Tatsächlich sei eine Klimawirkung der Technologie bislang aber nicht nachgewiesen worden.