Nabu Hamburg fordert mehr Tempo bei Natur-Wiederherstellung
Hamburg (epd).

Der Naturschutzbund (Nabu) in Hamburg fordert ein entschlosseneres Vorgehen bei der Renaturierung und Wiederherstellung von Naturflächen. Die Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung müsse jetzt mit deutlich mehr Nachdruck und politischem Willen umgesetzt werden, erklärten die Naturschützer am Montag laut Mitteilung unter Verweis auf den heißesten, je gemessenen Juni-Tag am vergangenen Wochenende in Hamburg.

Die Verordnung verpflichte Mitgliedsstaaten, geschädigte Ökosysteme wieder in einen besseren Zustand zu bringen, erläuterte der Nabu Hamburg. Vorsitzender Malte Siegert wies darauf hin, dass sich der Hamburger Senat „erfreulicherweise bereits zur Wiederherstellungsverordnung bekannt“ habe. „Jetzt müssen aber auch Taten folgen“, erklärte Siegert. „Wir brauchen verbindliche Zeitpläne und ausreichende finanzielle Ressourcen für die Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme.“

Siegert: Hitzewellen werden häufiger

Die Temperaturen der vergangenen Tage zeigen laut Siegert, dass die Klimakrise längst im Alltag der Menschen hierzulande angekommen ist. „Für uns alle war das der heißeste Tag jemals im Juni, doch für die junge Generation könnte es noch der kälteste Sommer ihres restlichen Lebens sein“, mahnte er. Hitzewellen würden häufiger, länger und intensiver.

„Intakte Ökosysteme sind ein entscheidender Teil der Antwort auf diese Entwicklung“, erklärte Siegert. Wer die Menschen besser vor den Folgen der Klimakrise schützen wolle, müsse auch die Natur stärken. „Wir brauchen mehr Tempo bei der Wiederherstellung unserer Ökosysteme - und wir brauchen es jetzt“, forderte Siegert.

Stadtgrün, Moore, Wälder und naturnahe Gewässer speichern Wasser, kühlen ihre Umgebung und machen Landschaften widerstandsfähiger gegen Hitze und Dürre, so der Nabu Hamburg. Zugleich böten sie Lebensräume für bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Die Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme sei daher nicht nur ein Beitrag zum Naturschutz, sondern auch eine Investition in den Klimaschutz und die Anpassung an die Folgen der Erderwärmung.