Schleswig-Holstein legt erste Waldstrategie vor
Kiel (epd).

Schleswig-Holstein hat erstmals eine Waldstrategie vorgelegt. Ziel seien stabile, klimaangepasste und nachhaltig bewirtschaftete Mischwälder, wie das Landwirtschaftsministerium am Montag mitteilte. Sie sollen Lebensraum für Tiere und Pflanzen bieten, zum Klimaschutz beitragen, den nachwachsenden Rohstoff Holz liefern, Arbeitsplätze sichern und zugleich Erholungsraum für Menschen sein.

„Die Waldstrategie ist der Ausgangspunkt für die nächsten Schritte“, sagte Forstministerin Cornelia Schmachtenberg (CDU) am Montag bei der Vorstellung der Strategie in der Försterei Bordesholm. Konkrete Maßnahmen müssten nun mit allen Beteiligten entwickelt werden. Die Umsetzung stehe aber unter dem Vorbehalt einer gesicherten Finanzierung.

Anpassung an Klimawandel

Schon heute seien 91 Prozent der Wälder Mischwälder, 68 Prozent der Waldfläche würden von Laubbäumen geprägt. „Mit der Waldstrategie wollen wir diesen Weg konsequent weitergehen“, erklärte Schmachtenberg. Es gebe sieben Handlungsfelder: Neuwaldbildung, Bewirtschaftung, Klimaschutz, und Biodiversität, Holzerzeugung, Arbeit und Erhollung. Unter anderem soll der Waldanteil im Land auf mindestens 12 Prozent erhöht werden.

Genehmigungsverfahren für neue Waldflächen werden vereinfacht. Zudem sollen Wälder an die sich verändernden klimatischen Bedingungen angepasst werden. Datengrundlagen über Wälder sollen verbessert werden. So sollen etwa Risikokarten für Windwurf, Waldbrand und erforderlichen Waldumbau entwickelt werden, um auf Gefahren gezielt zu reagieren.

Wald als Lernort

Die Strategie beinhaltet zudem, Lebensräume durch gezielte Aufforstung besser zu verknüpfen. Um den Rohstoff Holz möglichst langlebig zu verwenden, sollen die Rahmenbedingungen für den Einsatz von Holz bei Neubauten, Gebäudesanierungen und öffentlichen Bauvorhaben verbessert werden.

Um den Wald als Raum für Erholung, Sport, Naturerleben, Bildung und Gesundheit zu erhalten, soll der Dialog zwischen den Beteiligten gestärkt und Konzepte zur Besucherlenkung weiterentwickelt werden. Waldpädagogische Angebote sollen Wissen über den Wald vermitteln und ihn als außerschulischen Lernort erlebbar machen.