Robbentotfunde vor Rügen: Backhaus warnt vor Vorverurteilungen
Schwerin (epd).

Nach dem Fund von 20 toten Kegelrobben seit Anfang Mai an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns hat der Schweriner Umweltminister Till Backhaus (SPD) Vorverurteilungen oder Anfeindungen „strikt abgelehnt“. Wie sein Ministerium mitteilte, zeigen vorläufige Untersuchungsergebnisse des Deutschen Meeresmuseums von zehn toten Tieren ein differenziertes Bild. Neben alters- und krankheitsbedingten Todesursachen habe das Meeresmuseum bei mehreren Tieren aufgrund des fortgeschrittenen Verwesungszustands keine eindeutigen Aussagen treffen können, hieß es.

Bei vier Robben hätten die Fachleute Hinweise auf mögliche menschliche Einwirkungen gefunden. Ob diese im Zusammenhang mit dem Tod der Tiere stehen oder erst nach dem Verenden der Tiere entstanden sind, lasse sich derzeit jedoch nicht abschließend beurteilen, informierte das Ministerium. Zehn weitere Tiere hätten aufgrund ihres Zustands oder der Fundumstände nicht geborgen werden können.

„Keine pauschalen Schlussfolgerungen“

Umweltminister Backhaus sagte laut Mitteilung: „Die Ergebnisse zeigen, dass wir jeden einzelnen Fund sorgfältig und ohne Vorverurteilungen bewerten müssen. Hinweise auf mögliche menschliche Einwirkungen nehmen wir sehr ernst und werden sie gemeinsam mit den zuständigen Fachbehörden weiter auswerten.“ Die Untersuchungen machten deutlich, „dass die Todesursachen offenbar unterschiedlich sind, die Herkunft unklar ist und sich aus den bisherigen Befunden keine pauschalen Schlussfolgerungen ziehen lassen“.

Backhaus weiter: „Die untersuchten Totfunde sind räumlich auf einen begrenzten Küstenabschnitt konzentriert. Auf Grundlage der bisherigen Erkenntnisse wäre es weder fachlich gerechtfertigt noch verantwortungsvoll, die Küstenfischerei Mecklenburg-Vorpommerns insgesamt unter Verdacht zu stellen.“