Greenpeace fordert einen besseren Hitzeschutz in Städten und Gemeinden und sieht diesbezüglich Bund und Länder in der Pflicht. Diese müssten die Kommunen „endlich so ausstatten, dass sie die Menschen wirksam vor Hitze schützen können“, erklärte Mauricio Vargas, Wirtschafts- und Finanzexperte von Greenpeace, laut Mitteilung der Umweltschutzorganisation aus Hamburg. Die Bundesregierung solle zu diesem Zweck „die Einführung einer Milliardärssteuer auf den Weg bringen“.
Die Umweltschützer verwiesen auf den aktuellen Wochenbericht des Robert Koch-Instituts, demzufolge in Deutschland in diesem Jahr bis zum 19. Juli bereits rund 9.800 Menschen infolge hoher Temperaturen gestorben seien. Zugleich würden Kommunen warnen, dass sie die notwendigen Investitionen in Hitzeschutz und Klimaanpassung nicht allein finanzieren können, mahnte Greenpeace. Auch der Deutsche Städtetag fordere mehr Geld für die Klimaanpassung in Städten und Gemeinden.
Vargas: Hilferuf ist Alarmsignal
„Der Hilferuf des Deutschen Städtetags ist ein Alarmsignal“, erklärte Vargas. „Die Politik muss dem hitzebedingten Sterben entschieden entgegentreten.“ Städte und Gemeinden dürften „bei der Bekämpfung der Klimakrise nicht länger alleingelassen werden“. Vargas halte eine „moderate Steuer auf sehr große Vermögen ab 100 Millionen Euro“ für „verursachergerecht“.
Er erläuterte, eine Vermögensteuer „könnte den Kommunen jährlich bis zu 25 Milliarden Euro zusätzliche Einnahmen verschaffen“. Von dem Geld ließen sich Schulen und Krankenhäuser hitzefest machen, Städte begrünen und entsiegeln, und es könnten öffentliche Kühlorte wie Schwimmbäder und Schutzräume für ältere Menschen finanziert werden.