Nabu Hamburg fordert mehr naturnahe Gewässer
Hamburg (epd).

Hamburg braucht nach Ansicht des Naturschutzbunds (Nabu) mehr naturnahe Fließgewässer. Vielerorts seien Ufer befestigt und Gewässerläufe begradigt, dabei könnten insbesondere naturnahe Bäche einen wichtigen Beitrag zur biologischen Vielfalt und zu einer klimaangepassten Stadt leisten, erklärte der Nabu Hamburg laut Mitteilung am Freitag. Anlässlich des Internationalen Tages der Flüsse am Sonntag forderte er, die ökologische Entwicklung der Hamburger Fließgewässer stärker in den Mittelpunkt zu rücken.

„Für einen naturnahen Bach ist die Vielfalt an Strukturen entscheidend: unterschiedliche Wassertiefen und Strömungen, Kies und Totholz im Gewässer, naturnahe Ufer und ausreichend Raum für eine eigendynamische Entwicklung“, sagte Eike Schilling, Referent für Gewässerschutz beim Nabu Hamburg. „Genau diese Vielfalt fehlt unseren Bächen vielerorts.“ Renaturierung bedeute deshalb, Gewässer wieder als Ökosysteme zu entwickeln und nicht nur einzelne Abschnitte optisch aufzuwerten.

Kleine Fließgewässer häufig unterschätzt

Laut Nabu Hamburg werden gerade kleine Fließgewässer häufig unterschätzt. Dabei bildeten sie ein engmaschiges Netz, das unterschiedliche Lebensräume miteinander verbinde. Strukturreiche Bachläufe böten Insekten, Amphibien, Fischen und weiteren Bachbewohnern geeignete Lebensbedingungen. Zugleich könnten naturnahe Gewässer Wasser länger in der Landschaft halten und bei Starkregenereignissen zusätzliche Rückhalte- und Rückzugsräume schaffen. Damit würden sie eine wichtige Aufgabe bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels übernehmen.

Der Nabu Hamburg veranstaltet nach eigenen Angaben seit 20 Jahren Bach-Aktionstage: Bei den Einsätzen würden Freiwillige beispielsweise Uferbereiche naturnäher gestalten, Gehölze pflanzen, Gewässerstrukturen verbessern oder geeignete Lebensräume für Bachbewohner schaffen.