Unter dem Motto „Wohnen bleiben im Quartier“ startet die Stadt Hamburg zum 1. Mai sechs Modellprojekte für ein gutes Leben im Alter. Die Sozialbehörde und die Wohnbehörde erproben in Zusammenarbeit mit den Pflegekassen und sechs Bezirksämtern quartiersorientierte Maßnahmen, um ältere Menschen in ihrem Umfeld zu unterstützen, wie der Senat am Dienstag mitteilte. Hintergrund sei, dass die Zahl der Menschen mit Pflegebedarf auch in Hamburg stetig ansteige.
Im Mittelpunkt stünden Pflege- und Unterstützungsangebote, gemeinschaftlich nutzbare Räume, nachbarschaftliche Aktivitäten, eine übergreifende Quartierskoordination und die barrierearme Gestaltung des Wohnumfelds, erläuterte der Senat. Pflege, Beratung und nachbarschaftliche Unterstützung sollen enger miteinander verzahnt werden. Im Fokus stünden sogenannte Quartierspflegedienste, die als zentrale Anlaufstelle für Beratung, Unterstützung und Vermittlung eine Kümmerer-Funktion übernehmen und pflegerische Versorgung am Tag und in der Nacht sicherstellen, hieß es. Diese würden zugleich die Angebote vor Ort koordinieren, mit bestehenden Strukturen zusammenarbeiten und nachbarschaftliche Netzwerke sowie ehrenamtliches Engagement einbinden.
5,2 Millionen Euro Fördervolumen
Die Vorhaben würden je zur Hälfte durch die Pflegekassen und Hamburgs Stadtentwicklungsfonds Lebendige Quartiere getragen. Das Fördervolumen umfasse rund 5,2 Millionen Euro. Die Modellprojekte hätten eine Laufzeit von Mai 2026 bis April 2029. Sie würden wissenschaftlich begleitet und evaluiert durch die Universität Osnabrück. Das Modellvorhaben sei Teil der Senatsstrategie „Age-friendly City - für ein altersfreundliches Hamburg“.
In Hamburg sei zwar erst ein Fünftel der Menschen 65 Jahre oder älter, hieß es. Das bedeute aber auch, dass in der Stadt schon heute gut 350.000 ältere Menschen lebten - Tendenz steigend. Viele würden dauerhaft in ihrem vertrauten Wohnumfeld bleiben wollen. Dazu brauche es nicht nur barrierearme Wohnungen, sondern auch pflegerische Versorgungssicherheit, nachbarschaftliche Unterstützung und eine professionelle Gesamtkoordination.