VR-Erlebnis "Unhome" gastiert bei Hanseatic Help
Hamburg (epd).

In der Soziallogistik-Zentrale von Hanseatic Help lässt sich Obdachlosigkeit mit einer mobilen Virtual-Reality-Brille erleben. Ab Freitag gastiert das VR-Erlebnis „Unhome“ der Initiative „GoBanyo“ in der Großen Elbstraße 264 in Altona, wie Hanseatic Help am Mittwoch mitteilte. Bis voraussichtlich März 2027 könne das Erlebnis während der Öffnungszeiten kostenlos ausprobiert werden. Mit der VR-Brille auf dem Kopf werde miterlebt, wie ein Mensch auf der Straße landet und wie der Alltag obdachloser Menschen aussieht.

„Tag für Tag bringen Hamburgerinnen und Hamburger uns warme Jacken und machen damit einen Unterschied“, sagte Hanseatic Help-Chefin Claudia Meister. Wie entscheidend dieser für Menschen auf der Straße wirklich ist, könnten verständlicherweise nur die wenigsten nachvollziehen. Meister: „Wer die Brille abgesetzt hat, spürt selbst, warum Thermo-Unterwäsche oder ein Schlafsack entscheidend sein können, ob jemand eine Winternacht übersteht.“ Dieses Verständnis wolle Hanseatic Help gemeinsam mit „GoBanyo“ in diesem Winter in die Stadt tragen.

Einblick in Straßenleben

Das VR-Erlebnis gebe Einblick in eine Realität, an der die meisten nur vorbeigehen: „Wir möchten zum Denken anregen. Und zum Fühlen“, sagte Dominik Bloh, Mitentwickler von „Unhome“ und Mitgründer von „GoBanyo“. Laut Wohnungslosenbericht des Bundes leben in Hamburg rund 3.800 Menschen auf der Straße. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl sei das mehr als in jedem anderen Bundesland. Weitere rund 32.000 wohnungslose Menschen seien öffentlich untergebracht.

„Unhome“ dauert 20 Minuten und wird für Menschen ab 15 Jahren empfohlen. Wer nach der VR-Erfahrung helfen möchte, könne direkt bei Hanseatic Help Sachspenden abgeben. Aktuell würden besonders Winterjacken und wetterfeste Schuhe gebraucht, außerdem warme Männerkleidung, Schlafsäcke und Isomatten. Gefragt seien auch Geldspenden für die Arbeit von „Hanseatic Help“ und die Initiative „GoBanyo“, die einen Duschbus für Obdachlose betreibt.