SPD und Grüne wollen Dialoghaus Hamburg retten
Hamburg (epd).

Die Hamburger Regierungsfraktionen von SPD und Grüne wollen das Dialoghaus retten: Zur Finanzierung einer Machbarkeitsstudie für einen neuen Standort sollen bis zu 500.000 Euro aus dem Hamburger Sanierungsfonds 2030 zur Verfügung gestellt werden, wie beide Fraktionen am Donnerstag mitteilten. Über den entsprechenden rot-grünen Antrag entscheidet die Bürgerschaft am Mittwoch. Weitere 500.000 Euro seien bereits aus dem Quartiersfonds bewilligt worden. Wegen anstehender Bauarbeiten muss das Dialoghaus bis Ende 2027 umziehen.

Im Dialoghaus können Besucherinnen und Besucher seit über 25 Jahren erleben, was Inklusion im Alltag bedeutet: In Ausstellungen wie „Dialog im Dunkeln“ können Sehende erfahren, wie sich blinde und sehgeschädigte Menschen im Alltag orientieren. Das Haus erreicht jährlich rund 90.000 Gäste, darunter zahlreiche Schulklassen. Es sei ein Lernort, der Perspektiven wechselt, Verständnis schaffe und Menschen miteinander verbinde, hieß es.

Langfristiger Erhalt

„Mit der Machbarkeitsstudie schaffen wir die Grundlage, um diesen besonderen Ort langfristig zu sichern, Arbeitsplätze zu erhalten und Inklusion auch baulich und strukturell konsequent mitzudenken“, sagte Dirk Kienscherf, Vorsitzender der SPD-Fraktion Hamburg. Mit maximal 500.000 Euro aus dem Sanierungsfonds und weiteren Mitteln aus dem Quartiersfonds soll ein neuer, zentraler und barrierefreier Standort gefunden werden.

Insbesondere durch Mitarbeitende des Dialoghauses, die zum Teil selbst eine Sinnesbehinderung haben, würden Besucherinnen und Besucher „für Barrieren im öffentlichen Raum und in unserer Gesellschaft sensibilisiert“, sagte Michael Gwosdz, Vorsitzender der Hamburger Grünen-Fraktion. Umso wichtiger sei es, diesen besonderen Begegnungsort für Menschen mit und ohne Behinderung langfristig zu erhalten.