Sozialverband SH: Jeder Dritte befürchtet sozialen Abstieg
Kiel (epd).

Fast jeder dritte Mensch in Schleswig-Holstein hat Angst vor einem sozialen Abstieg. Einer Umfrage im Auftrag des Sozialverbandes Deutschland befürchteten 31,1 Prozent in diesem Jahr finanzielle Einbußen, eine schlechtere Infrastruktur in ihrem Wohnumfeld oder den Verlust sozialer Teilhabe bis hin zur Einsamkeit, teilte der Landesverband am Donnerstag mit. Für die Studie wurden den Angaben zufolge vom 29. bis 31. Januar 2026 online 5.000 Bundesbürgerinnen und Bundesbürger ab 16 Jahren befragt.

Die Zahlen seien ein alarmierendes Signal, sagte der Landesvorsitzende Alfred Bornhalm. "Hinter diesen 31,1 Prozent stünden Rentner, die ihre Miete kaum noch zahlen könnten, Familien, die bei der Mobilität auf dem Land abgehängt würden, und Menschen, die sich aufgrund ihrer finanziellen Lage aus dem gesellschaftlichen Leben zurückziehen müssten.

Der Verband sieht die Landesregierung in der Pflicht, gegenzusteuern. „Ein Schicksalsschlag wie eine schwere Krankheit darf in einem reichen Land wie unserem nicht zur Verarmung führen“, betonte Bornhalm. Das Land müsse massiv in die soziale Infrastruktur investieren - vom bezahlbaren Wohnraum bis hin zu einer flächendeckenden medizinischen Versorgung und Pflege.