SH: Wohlfahrtsverband fordert mehr Geld für Lernmittelfreiheit
Kiel (epd).

Der Paritätische Wohlfahrtsverband in Schleswig-Holstein fordert von der Landesregierung zum Schulstart am kommenden Montag eine finanzielle Entlastung für sozial schwächere Familien. Die Anschaffung von Heften, Stiften, Tuschkästen und Ordnern zu jedem neuen Schuljahr sei für viele Familien eine finanzielle Kraftanstrengung, teilte der Paritätische am Montag mit.

Das Bildungs- und Teilhabepaket decke die Kosten der Materiallisten nicht annähernd ab und erreiche längst nicht alle Familien, die Unterstützung bräuchten, sagte Verbandsgeschäftsführer Michael Saitner. Dass vielerorts ehrenamtliche Initiativen einsprängen, sei zwar wichtig und anerkennenswert. „Strukturelle Armut können sie damit aber nicht beheben. Chancengerechtigkeit muss vom Land verlässlich sichergestellt werden“, findet Saitner.

Mehr Sensibilität seitens der Lehrkräfte

Deutschland gehöre laut der OECD-Studie „Bildung auf einen Blick 2025“ ohnehin schon zu den Ländern mit den größten Bildungsunterschieden nach sozialer Herkunft. Der Verband appelliert deshalb an die Landesregierung, die Lernmittelfreiheit finanziell so auszustatten, dass Bildungschancen künftig nicht mehr vom Geldbeutel der Eltern abhingen.

Zudem wünscht sich Saitner mehr Sensibilität seitens der Lehrkräfte. „Materiallisten sollten sich immer auf das Notwendige beschränken und bewusst offen formuliert sein, damit Familien frei entscheiden können, wo und was sie einkaufen“, erklärte Saitner.

Über das Bildungs- und Teilhabepaket erhalten bedürftige Eltern eine Pauschale in Höhe von 195 Euro. Diese ist ein zwei Teilbeträgen abrufbar: Zum Schulstart gibt es 130 Euro, zum Halbjahr 65 Euro.